ZUR ERSTVERÖFFENTLICHUNG DES ROSENBAUM- PLÄDOYERS / PETER KAMBER bringen - «ein großes Spekulationsgeschäft» tätigten, ein Börsentermingeschäft,20 das ihnen Verluste von 300 000.-RM einbrachte. «Mfeines] W[issens] haben die Rotter gleiche Spekulationsgeschäfte wie bei uns in mindestens gleichem Umfange bei dem Bankhaus Jacob Berglas,21 Budapester Str. 6, vielleicht auch bei S. Bleichröder und der Dedi-Bank getätigt.» 6) Vgl. u. a. das «8 Uhr Abendblatt» vom 18. Januar 1933: «Der Verband Deutscher Bühnenschriftsteller und Bühnenkomponisten und die Vereinigung der Bühnenverlegor hatten die Vertreter der Presse zu gestern Abend nach den Verbandsräumen gebeten, wo der Direktor der Zentralstelle der Bühnenautoren und -Verleger. Richard Bars. Mitteilungen zu der Rotter-Krise machte». 7) Politisches Archiv des Auswärtigen Amts. Berlin, R 42704: «Akten betreffend Angelegenheit der Gebrüder Schaie (Rotter)»; das französi- sche Aussenmininsterium beeilte sich nicht mit einer Stellungnahme und Hess die Deutsche Botschaft in Paris erst am 18. März. 1935 wissen: «Le Ministere des Affaires Etrangeres a le re.gret de faire connaitre ä l'Ambassade 
d'Allemagnc k Paris quo le Gouvernement de la Republique francaise n'a pas cru pouvoir donncr une suite favorablc ä la demande dont il s'agit». (Ich danke Dr. Peter Grupp vom Politi- schen Archiv des AA für die grosse Hilfe). - Vgl. auch den dortigen Bestand «Bern 2.836». 8) «Berliner Morgenpost». 3. Februar 1935. 9) Freundliche Auskunft von Peter Ullman (geb. 1 7. Dez. 1925; heute USA), dem Neffen von Fritz und Alfred Rotter. Mit seiner Mutter Ella Ullman (in Berlin: Ulimann), der jüngsten der vier Geschwister (geb. 7. Mai 1894) hatte er Fritz Rottor im Herbst 1936 noch in Nizza getroffen, kurz vor der Emigration in die USA. Seine Mutter nahm sich im Januar 1939 in New York das Leben. Die näheren Umstände des Todes von Fritz Rottcr 1938 in Paris sind bis jetzt nicht bekannt. Nach Recherchen von Andrea Enderlein (Potsdam-Babelsberg) starb Lucie, die andere Schwester von Fritz und Alfred Roller, unter ebenfalls ungeklärten Umständen am 1 7. Mai 1943 in Nizza. 10) Allerherzlichsten Dank gilt Dr. Klaus Dettmer vom Landesarchiv Berlin. Auf Grund der neuen systematischen Erfassung der Quellenbe- stände des Landesarchivs Berlin war es ihm möglich gewesen, die Ak- ten zum Konkurs der Rotter-Bühnen im Oktober 2003 zu finden. Sie werden hier erstmals ausgewertet. Es wird indessen unbedingt einen Theaterhistoriker oder eine Theaterhistorikerin brauchen, um die ganze Geschichte der Berliner Theaterdirektoren Alfred und Fritz Rot- ter zu schreiben. Zu berücksichtigen wäre dann auch der Bestand A Br. Pr. Rep. 030 im Berliner Landesarchiv. «Polizeipräsidium Berlin». Nr. 2952-2981; Theaterkonzessionen lagen in der Kompetenz des Polizeipräsidiums: zu den Rottcr finden sich da 29 Aktenbände u.a. Nr. 2976 «Zeitungsausschnitte über den Zusammenbuch des Rot- terkonzerns 1933» und Nr. 2977 «Zeitungsausschnitte über die Zu- kunft des zusammengebrochenen Theaterkonzerns 1933». (Ich danke Frau Sabine Preuss vom Landesarchiv Berlin für die freundliche Aus- kunft). Das Bild der Rotter in der Memoirenliteratur und in der deut- schen Theaterwissenschaft ist. vielleicht gesamthaft zu Unrecht, we- nig schmeichelhaft, (vgl. u. a. Rischbieter. Henning: Theater als Kunst 
und als Geschäft. Über jüdische Theaterregisseure und Theaterdirek- toren in Berlin 1S94-1933. in: Theatralia Judaica. Emanzipation und Antisemitismus als Momente der Theatergeschich.tc. Von der Lessing- Zeit bis zur Shoah (hrsg. von Bayerdörfer. Hans-Peter. Tübingen, 1992). S. 205-217. 11) LA Berlin, A Rep. 358-02, Nr. 108613 (Hauptband I), BI. 74: laut Angaben der Kantonspolizei vom 20. Januar 1933 waren Alfred und Gertrud Rotter vom 8. bis zum 19. Januar 1933 im Grand Hotel Na- tional in Luzern und wechselten am I 9. Januar abends nach Zürich ins Baur au Lac; vgl. auch, ohne genaue Datumsangabe, die Aussage der Kassiererin Johanna Güse. dass Alfred Rotter nicht gleich nach Neujahr abreiste, sondern noch etwa eine Woche in Berlin blieb: LA Berlin A Rep. 358-02. Nr. 108610. Bl. 3. vom 11. Februar 1933. 1 2) Ebenda. 1 3) LA Berlin, A Rep. 358-02. Nr. 112659. Bl. 1. 14) LA Berlin, A Rep. 358-02. Nr. 108611. Bl. 13, Aussage von Dr. Ro- bert Klein vom 20. März 1933: «Soviel mir bekannt ist, haben die Brü- der Rotter bereits vor längerer Zeil, als sie die Miete für das Metropol- Theater nicht rechtzeitig aufbringen konnten, den Mietbetrag an [Di- rektor Philipp] Rothbart [von der Dorothenstadt Ballgesellschaft m.b.H., der Besitzerin des Metropol-Theatcrs] miteinem Scheck der Frau Trude Rotter auf eine schweizerische Bank in Höhe von 30.000- sfr. bezahlt.» Roth hart bestätigte das am 22. März 1933 (ebenda. Bl. 14) und der Bankbeleg der Schweizerischen Volksbank (Banque populaire suisse) in Montreux befindet sich in den Akten unter Nr. 112659, Bl. 4. I 5) LA Berlin, A Rep. 358-02. Nr. 108612 (Handakten des General- staatsanwalts), chronologischer Bericht des Generalstaatsanwalts bei dem Landgericht I an den Preussischen Justizminister vom 27. Januar 1933. S. 7. 16) LA Berlin A Rep. 358-02. Nr. 1 12758. «Gutachten» (28. März 1933). Paul Donath, «Öffentlich angestellter beeidigter Bücherrevi- sor». «Betr. Sonderband Berliner Bühnen Betriebs G.m.b.H.». S. 9. 17) LA Berlin, A Rep. 358-02, Nr. 112758, Donath-«Gutachten» vom 28. März 1933, «Betr. Deutsche Schauspiel Betriebs A.G.». S. 9. 18) LA Berlin. A Rep. 358-02, Nr. 108603, «Zusammenfassender Bericht über die Liquiditätsprüfung des Rotter-Bühnen-Konzerns». Finanzamt Mitte, Berlin. 28. November 1932. S. 10 und S. 4-6. 19) LA Berlin. A Rep. 35S-02, Nr. 10S607. Bl. 13(1. Januar 1933): das bestätigte auch der Rcgistrator Adam Glogowski, 131. 14, 21. Januar 1933. 20) LA Berlin, A Rep. 358-02. Nr. 108588. Bl. 1-3, Aussage von Ab- teilungsdirektor Max Lagemann von der Dresdner Bank, 24. Januar 1933; «Am 31. Dezember 1928 kauften die Brüder Rotter auf Termin 102.000-Tictz Aktien zu 302 %. welche mit den darauf bezogenen jungen Aktien abgenommen wurden und - heute noch im Depot ru- hend -späterhin einen Verlust von fast 300000.- RM ergeben haben». 21) Vgl. LA Berlin, A Rep. 358-02, Nr. 1 l 2660. Antrag von Otto Joseph, des Anwalts der Brüder Rotter, an das Amtsgericht Charlol- tenburgvom l 3. Oktober 1930: Im Oktober 1930 setzte Berglas bei Fritz und Alfred Rotter eine Zwangsvollstreckung in der Höhe von 35 240.- RM durch. 33
        

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