Abb. 8: Detailaufnahme der rechten Schädelseite. Der Unterkieferast ist von einer zirka eins bis drei Millimeter dicken knöcher- nen Struktur überzogen. Die Augenachse verläuft schief mit rechteckig ausgeformten Augenhöhlen. In Seitenansicht ist die Nasenwurzel flach, das Nasenprofil leicht konvex, die Nasenöffnung schmal- oval. Über der Eckzahnwurzel ist eine deutliche Ein- dellung am Oberkieferknochen zu beobachten (Fos- sa canina). Der Zahnbogen ist U-förmig mit einer im Front- zahnbereich weiten Zahnstellung. Der leichte Kinn- wulst lässt auf eine eher eckige und breite Kinnbil- dung schliessen. Das Gesicht hat insgesamt einen rautenförmigen Umriss. In Längsrichtung verlau- fende massive Knochenstrukturen kennzeichnen die Rückseiten der Oberschenkelknochen. Diese Pi- lasterbildung an der Linea aspera dient den Sehnen als Ansatzstelle. Die Gesäss- und Oberschenkelmus- kulatur der jungen Frau muss kräftig ausgebildet gewesen sein. Am Skelett der Frau sind mehrere anatomische Varianten (Epigenetica) erkennbar. Erwähnt seien an dieser Stelle die vielen Nahtknochen am Schädel und die vier Weisheitszähne, die bereits (teilweise) durchgebrochen sind. 
PATHOLOGISCHE VERÄNDERUNGEN Pathologische Veränderungen, die am Skelett ables- bar sind, lassen Rückschlüsse auf den Gesundheits- zustand eines Menschen zu. Die Gebeine aus Grab 1 weisen sowohl am Schädel als auch am Rumpf und an den Extremitäten solche Veränderungen auf. SCHÄDEL Beide knöchernen Augenhöhlendächer zeigen porö- se Strukturen, welche als «Cribra orbitalia» be- zeichnet werden. Es handelt sich dabei um eine Ver- änderung des Knochens, die bei ernährungsbeding- ter Eisenmangelanämie auftritt/' Im gesamten Kieferbereich sind dünne, knöcher- ne Auflagerungen zu beobachten (Abb. 4,7,8 und 9), welche auch in der Abbildung der Computer-Tomo- grafie erkennbar sind (Abb. 10). Diese Auflagerun- 6) Hengen (1971). 250
        

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