WALSER UND RHEINBERGER, DIE WIRTEFAMILIEN DES GASTHAUSES «LÖWEN» / RUDOLF RHEINBERGER AUSSCHANK VON SELBSTGEKELTERTEM VADUZER WEIN 
BEGINNENENDEB TOUBISMUS UND ANBAU DEB VEBANDA Unter Josef Anton Rheinberger und seiner Frau Creszenz wurde der «Löwen» wieder zu einer an- gesehenen und viel besuchten Gaststätte. Der «Löwen» hatte den Vorzug, selbst gekelterten Wein aus den allerbesten Lagen von Vaduz ausschenken zu können. Josef Anton Rheinberger erkrankte aber, wie schon sein Bruder Alois vor ihm, an Tu- berkulose und starb daran im Jahr 1846 im Alter von 45 Jahren. Seine Witwe führte dann den Gast- betrieb bis zu ihrem Tode im Jahr 1857 weiter. Dann übernahm der jetzt 21-jährige Sohn Alois die Wirtschaft, wobei er zunächst von seinen bei- den Schwestern Theresia und Anna kräftig unter- stützt wurde. Theresia heiratete 1863 den späteren Hauptmann und Landestechniker Peter Rheinber- ger34 und Anna verheiratete sich mit Ferdinand Nigg aus Balzers.35 Der Zeitpunkt der Übernahme des «Löwen» erwies sich für Alois als sehr günstig, hatte doch die fürstliche Taverne zum «Adler» im Jahr 1856 ihre Tore geschlossen, womit der wich- tigste Konkurrenzbetrieb weggefallen war. Aller- dings wurde zu diesem Zeitpunkt der Weinaus- schank auf dem Schloss Vaduz eröffnet. 
Der nunmehrige Löwenwirt Alois Rheinberger hei- ratete im Jahr 1866 Laura Wolfinger, die Tochter des Altpostmeisters Josef Ferdinand Wolfinger aus Balzers, Sohn des Franz Josef Wolfinger, der zu Ende des vergangenen Jahrhunderts einmal kurze Zeit Pächter des «Löwen» gewesen war. In die Zeit um 1880 fällt eine Episode, die hier erwähnt wer- 31) Heinrich Rheinberger war im Jahr 1853 im Alter von 21 Jahren nach Nordamerika ausgewandert. Er starb dort nach einem aben- teuerlichen Wanderleben am 13. November 1855 im Staat Missouri. Er wäre der Erbe des gesamten Löwenanwesens gewesen. Vom ihm ist noch eine Reihe von Briefen aus Amerika an seine Mutter und seine Base Theresia vorhanden. FamAR Ha 13. 32) Zu Dr. med. Josef Hannibal Schlegel siehe: Liechtensteiner Ärzte, S. 19-112, hierS. 99-107. 33) Vgl. Rupert Quaderer: Politische Geschichte des Fürstentums Liechtenstein von 1815 bis 1848. In: JBL Band 69 (1969), S. 5-242, hier S. 107-110. Siehe auch: Arthur Brunhart: Peter Kaiser 1793-1864. Zweite, durchgesehene und ergänzte Auflage. Vaduz. Zürich. 1999, hier S. 129 f. 34) Peter und Theresia Rheinberger hatten vier Kinder, unter ihnen I lermine Rheinberger, die Verfasserin des historischen Romans «Gutenberg-Schalun», sowie der Bildhauer und Architekt Egon Rheinberger (1870-1936). 35) Aus dieser Ehe stammt der Kunstgewerbeprofessor und Maler Ferdinand Nigg (1865-1949). 237
        

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