ÜBERGANG ZUR FAMILIE RHEINBERGER UND ZEITWEILIGE VERPACHTUNG 
BAROCKER UMBAU DURCH JOHANN RHEINBERGER Maria Anna, die älteste Tochter des Löwenwirtes Anton Walser wurde im Jahr 1702 geboren und heiratete 1725 den Zoller und späteren Landam- mann Johann Adam Rheinberger (1697-1738).9 Dieser starb schon mit 41 Jahren. Der jüngste Sohn aus der Ehe des Johann Adam Rheinberger mit Maria Anna Walser hiess Josef Ferdinand Leon. Er wurde 1734 geboren und starb mit 80 Jahren im Jahr 1814.10 Er übernahm aus der Erbmasse sei- ner Mutter und deren Geschwister den «Löwen» käuflich.11 Die Übernahme durch ihn erfolgte im Jahr 1765, als er 31 Jahre alt war. In der Zwischenzeit hatten verschiedene Pächter den «Löwen» geführt. Zunächst war es bis 1751 der Schlossküfer Johann Guetschalk aus Schaan.12 Er war der Schwiegersohn des früheren Löwenwir- tes Anton Walser und hatte dessen Tochter Elisa- beth geheiratet. Johann Guetschalk war durch die- se Heirat auch verschwägert mit dem Landam- mann Johann Adam Rheinberger und war der On- kel des oben genannten späteren Löwenwirtes Jo- sef Ferdinand Leon Rheinberger. Auf Guetschalk folgte dann bis 1753 Johann Wächter. Von 1753 bis 1764 waren Christa Hilti und zuletzt bis 1765 Jo- hannes Hilti Löwenpächter.13 Josef Ferdinand Leon Rheinberger betrieb dann das Gasthaus zum «Löwen» zusammen mit seiner ersten Frau Susanna, geborene Wächter, volle zwanzig Jahre bis zu deren Tode im Jahr 1785. Er heiratete aber schon ein Jahr später (1786) die Witwe des Engelwirtes Anton Seger, Katharina Franziska, geborne Kyeni und zog in den «En- gel».14 Josef Ferdinand Leon Rheinberger bekleide- te das Amt des Richters in Vaduz und wurde auch sonst mit vielen öffentlichen Aufgaben betraut. Er erreichte ein Alter von 80 Jahren. 
Als Josef Ferdinand Leon Rheinberger in den «En- gel» übersiedelte, übernahm sein Sohn Johann Rheinberger (1763-1815) den «Löwen», den er so- gleich einem gründlichen Umbau unterzog. Der heutige barocke Aspekt des «Löwen» geht auf die- sen tief greifenden Umbau von 1786 zurück.15 Jo- hann Rheinberger führte nun die Gastwirtschaft zusammen mit seiner ersten Frau Maria Josefa Wolfinger aus Balzers. Doch schon anfangs des Jahres 1791 übernahm er pachtweise die fürstliche Taverne zum «Adler», welche zugleich die Zollstät- te für den das Land passierenden Güterverkehr war und bessere Einnahmen versprach als der «Löwen». Nun wurde der «Löwen» wieder verpachtet. Der erste Pächter war Franz Josef Wolfinger, der mit ei- ner Schwester Johanns, Maria Anna Rheinberger verheiratet war. Er hatte aber die Pacht des «Löwen» nur kurze Zeit inne, da er schon bald das väterliche Gasthaus zur «Post» in Balzers über- nahm und dort auch Postmeister wurde. Er war es auch, der den bekannten Plan von Balzers nach dem grossen Brand von 1795 erstellte. BELASTUNGEN DURCH DIE FRANZOSEN- KRIEGE Unter den weiteren Löwenpächtern finden wir dann schon 1792 Johann Jakob Leren,16 der erst im Jahr 1789 in Vaduz eingebürgert worden war.17 Johann Jakob Lerch war also Pächter des «Löwen» zur turbulenten Zeit der Franzosenkriege. Er hatte - ähnlich wie die Wirte zum «Adler» und «Engel» - Einquartierungen und Verpflegung des k. k. öster- reichischen und des französischen Militärs in be- trächtlichem Umfang hinzunehmen. Aus den Akten «Betreffend die Kriegserlittenheiten von 1798 bis 1800»18 geht hervor, dass die diesbezüglichen For- derungen sich für den Adlerwirt auf 10128 Gul- den, für den Engelwirt auf 3049 Gulden und für den Löwenwirt Lerch auf 4704 Gulden beliefen. Die 232
        

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