DAS BILD DES FÜRSTEN SASCHA BUCHBINDER / MATTHIAS WEISHAUPT DER FÜRST, DIE GESCHICHTE UND DIE LIECHTENSTEINER IDENTITÄT Im Jahr 2001 hat Peter Geiger in einem Artikel das Problem erörtert, in wie weit Begriffe wie ,  oder  und  und seines  mit ausmachende, Identität stiftende Elemente»,18 doch sind diese Elemente of- fenbar so selbstverständlich, dass sich eine Erwäh- nung in der Zusammenfassung erübrigt. Zugleich ist das Verhältnis von Fürst und Volk und die Bedeutung des Fürsten für die Liechtensteiner Identität längst nicht so eindeutig, wie man glauben möchte. So weist Peter Geiger daraufhin, dass «die Landesherren, seit 300 Jahren aus dem Fürstenge- schlecht Liechtenstein,... über und teilweise ausser- halb der liechtensteinischen Volksidentität» stan-den. 
19 Erst seit dem 20. Jahrhundert sind die Mitglie- der des Fürstenhauses auch liechtensteinische Staats- bürger. Schliesslich muss ergänzend festgehalten werden, dass zwar Bedeutungen und Funktionen des Fürstenbildes bei Fragen nach der Identität der Liechtensteinerinnen und Liechtensteiner eigen- tümlich blass bleiben, dass demgegenüber jedoch der Geschichte als identitätsstiftendem Element breit Platz eingeräumt wird. Die Bedeutung der  als zentrale Metapher der Identitätsbil- dung muss folglich näher untersucht werden - analy- siert im Bewusstsein, dass diese Geschichte regel- recht mit Wissen um die bestimmende Rolle des un- genannten Fürsten imprägniert scheint. 11) «Ich autorisiere diesen Menschen oder diese Versammlung von Menschen und übertrage ihnen mein Recht, mich zu regieren, unter der Voraussetzung, dass du ihnen ebenso dein Rocht überträgst und alle ihre Handlungen autorisierst.» Hobbes, Leviathan, S. 134. 12) Hobbes, Leviathan, S. 66. 13) Wohl als erster radikal zu Ende Gedacht hat diesen Gedanken 1548 Estienne de la Boetie in seiner Schrift über die Tyrannei: La Boetie, Etienne de: De la servitude volontaire ou contr'un. In: Textes Litteraires Francais. Hrsg. Malcom Smith. Genf, 1987. 14) «Das unwesentliche Bewusstsein ist hierin für den Herrn der Gegenstand, welcher die Wahrheit der Gewissheit seiner selbst ausmacht. Aber es erhellt, dass dieser Gegenstand seinem Begriffe nicht entspricht, sondern dass darin, worin der Herr sich vollbracht hat, ihm vielmehr ganz etwas anderes geworden als ein selbständi- ges Bewusstsein. Nicht ein solches ist für ihn, sondern vielmehr ein unselbständiges.» Hegel, Georg Wilhelm Friedrich: Phänomenologie des Geistes. Werke 3. Red. Eva Moldenauer und Karl Markus Michel. Frankfurt a. M., 1986, S. 152. 15) Zitiert nach Kaufvertrag der Herrschaft Schellenberg 1699. Hrsg. Liechtenstein-Institut. Bearb. Claudius Gurt. Vaduz, 1999, S. 15. 16) Geiger, Peter: Liechtenstein: «... ein Völklein vorstellen». In: Nation und Nationalismus in Europa. Kulturelle Konstruktion von Identitäten. Festschrift für Urs Altermatt. Hrsg. Catherine Bosshart- Pfluger, Joseph Jung und Franziska Metzger. Frauenfeld, 2002, S. 225-250. 17) Ebenda, S. 249. 18) Ebenda. S. 248. 19) Ebenda, S. 248. 197
        

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