DAS KINO IM WIRTSHAUS «RÖSSLE» IN SCHAAN ANNETTE LINGG land eines Filmes genannt wird, auch wenn sich dies manchmal am Namen der Schauspieler erkennen lässt. Die Filmtitel werden alle auf Deutsch genannt. Neben den Filmtiteln sind die Genrebezeichnun- gen und die Nennung der Schauspieler/innen die wichtigsten Informationen in den Kino-Anzeigen. Bei der Auflistung der Genres kommen auch Über- schneidungen vor, da viele Filme mit mehreren Gen- re-Bezeichnungen belegt werden. Der Detektiv- und der Artistenfilm beispielsweise ist meistens mit ei- nem zusätzlichen Genre spezifiziert, als Drama, Komödie oder Abenteuer. Das Genre Drama steht zwar oft für sich alleine, wird jedoch durch eine An- zahl von zusätzlichen möglichen Attributen ergänzt, wie «Sensations-», «Gesellschafts-», «Artisten-», «Lebens-», «Liebes-», «Abenteuer-», «Wild-West-» oder «Sport-Drama». Das Lustspiel, das häufigste Genre, steht meist für sich allein und ist auch selten der Hauptfilm. Obwohl in den meisten Kinovorstel- lungen wichtiger Bestandteil, steht es an zweiter Stel- le und in kleinerer Schrift; sehr oft ist der Titel des Lustspiels nicht genannt. Als Hauptfilm steht meist ein Drama auf dem Programm. Mit «höchst- spannend», «brillant», «hochinteressant», «erschüt- ternd», «prachtvoll», «gigantisch» werden die Filme zusätzlich werbewirksam angepriesen. Als beson- ders sensationell gelten Filme «mit wilden Tieren» oder «mit Seetieren». Auch über die Schauspielerin- nen werden oft nähere Angaben gemacht, wie «ame- rikanische Künstlerin», «bekannte Artistin», «ame- rikanische Schönheit», «Liebling», «berühmte Tra- gödin», «beliebte Tänzerin». Weitere, indes selten vorkommende Angaben in den Anzeigen sind der Name des Regisseurs, der Hinweis auf eine Serie (Stuart Webbs, Pat und Patachon), die Produktions- firma oder der dem Film zugrunde liegende Roman. Die häufigste und somit beliebteste Filmform war das Lustspiel. Zusammen mit einem Drama und ei- ner Naturaufnahme bildete es meist ein Programm. Während der Dauer des Ersten Weltkrieges durfte ein Kriegsbericht in keinem Kinoprogramm fehlen. 
Genre-Nennungen (geordnet nach Anzahl) Lustspiel 73 Drama 57 Naturaufnahme 19 Detektivfilm 16 Artistenfilm. 8 Lebensbild 7 Kriegsbericht 5 (alle 1918) 
Bauern-/^olksfilm Prunkfilm. Sozialer Film "Warnungsfüm Wildwestfilm Liebesfilm Kulturfilm Tendenzfilm Kino Vaduz Kino Schaan Spielzeit: camaturj, 7. ÄoB., Sonntufl, H. ilcv., ab obenfiä 8 Ûr iiadjm. 3 u. abenb-3 8 Ufjr Rottet ScMage* - DofipeßfitoQMutiAt I- GrOSSfilm: E'n spannendes Zirkus-Druma in 7 Aklen Die 3 Zirkuskönige (Ein Silb oon SDlltlKttctI. CcbcnSnjabrbei! aut bem Gebert grob« Sitliflcn ifl in bietcm 3dm fcftgcballtn. 51 in bem 3nba(t: («rofje 3itfu»oorflrUiing. Ccbcn unb Iretben bintrt ben ftulilTtn, Inet u. Wösten, ber nrofjt jirfue-branb Bin Silm ron 2ocnuung. 2,'nfolioii unb einer ergieifcnben $onb(una. AIS 2. SchlSSer: Ein rassiges Wild - West - Drama mit dem benannten Co-b'*y Bob Cuiler in 5 Aklcn Cowboy Blut Besichtigen Sie die ausgestellten Dilder bei den Kinos Für dieses «Schlager-Dop- pelprogramm» wurde nicht nur im vorliegenden Inserat vom 7. November 1931 geworben, sondern es machten ebenso «die ausgestellten Bilder bei den Kinos» Werbung für diese Filme. 19) Müller, Corinna: Variationen des Kinoprogramms. Filmform und Filmgeschichte. München, 1998, 
S. 73. 155
        

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