DAS KINO IM WIRTSHAUS «RÖSSLE» IN SCHAAN ANNETTE LINGG gen wurden, findet sich ebenfalls der Hinweis auf Programmänderungen. Um Zuschauerinnen und Zuschauer ins Kino zu locken, arbeitete die Kinoleitung auch mit zusätzli- chen Anreizen. So verspricht die erste Kino-Anzeige im Jahr 1921: «Jeder Kino-Besucher bekommt ein schönes Präsent!» Die Kinovorstellungen werden gelegentlich auch mit anderen Formen der Vergnügung verknüpft, denn zweimal wird in Anzeigen eine Tanzveranstal- tung nach der Filmvorführung angekündigt. Auf «feine Musikbegleitung» wurde zweimal, 1920 und 1921, hingewiesen. Jakob Falk, geboren 1909, hat als junger Lehrerstudent Filme mit der Gei- ge begleitet. Herta Frick erwähnt einen Musikkasten, der im «Rössle»-Saal stand. Zudem gehörte zu der Ausstattung des «Rössle»-Saals auch ein Klavier, das zur Film-Begleitung genutzt werden konnte. Bis 1921 fand sich in den meisten Anzeigen der Hinweis «Rauchen strengstens verboten». Die wirts- haustypische Verhaltensweise des Rauchens musste für die Filmvorführungen eingedämmt werden, das Publikum an das stille Betrachten der Bilder wohl erst gewöhnt werden. Der Eintrittspreis wurde in den Zei- tungs-Annoncen dreimal genannt: 1927, 1928 und 1931. Im Jahr 1918 betrug der Eintrittspreis einein- halb Kronen, später für Erwachsene 1.20 Franken und für Kinder 50 Rappen. Vor dem Wirtshaus gab es einen Anschlagkasten, in dem Bilder des jeweiügen Films ausgestellt wur- den. 1931 wurde in einer Anzeige aufgefordert, die ausgestellten Bilder beim Kino zu besichtigen. Von 1924 bis 1931 warben die Anzeigen nicht mehr nur für das Kino im «Rössle», sondern eben- falls für Kino-Vorführungen im Gasthaus «Adler» in Vaduz. Am Samstag und Sonntag wurden also zwei Spielstätten mit den gleichen Filmen versorgt. 17J Allgäuer, Ruth: «Ich habe immer geglaubt, dass ich mit meinem Lichtspieltheater zur kulturellen Hebung meiner Mitbürger beitra- ge...». In: Liechtensteiner Volksblatt, 6. Januar 1996, S. 8-9. 18) Im Anhang findet sich eine tabellarische Auswertung aller Informationen der Kino-Annoncen, chronologisch geordnet und aufgeschlüsselt in die Kategorien Ort/Datum. Wochentag, Uhrzeit. Filmtitel, Angaben zum Film, und weitere Angaben. 
Vaduz Kino-Theater Schaan Auf vielseitiges Verlangen ist es gelungen den kolossalen Prunkhl m Quo Vadis zur Aufführung zu bringen. Der film zeigt die schreckliche Christenverfolgung zur Zeit des Kaisers Nero. 1. Teil, ö Alcie/gelangl zur Vorstellung Im A jMor \ 1 n^M-y S*»m»loy, den ».Februar uno nUlCI V aVU£. Monlng. ben 7. Februar abenba «>/, Uhr im Rößle Schaan: na°™ 
3Uhn£abd»sv,uhr II- Teil, 5 Akte, Im AJMoi" Waftll7'SÄm*1**'»' 
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»benb« 8>/, Uhr. linder tabea du \t der licIrailitigs-Varjlellting Zutritt Eintritt Fr. 1.20 Kinoer so Rp. Um zahlreldien Bezudi bittet ble KlnoleUuno. n«t Kino Rössk, Schaan. Sonntag den 3. Juli,'nachmittags i Uhr und halb 9 Uhr abends Zweiter Teil: per Xätnpf um die Che. (Wenn in der Ebe die Liebe stirbt.) Drama io 5 Akten, mit den besten Kräften in der Hauptrolle. Zweiter Teil: Gfsi9die|(attptsfadtvoisStficnisdrHs (Naturaufnahme.) Mit darauffolgendem Tan*. K. Kanfmnnc. Ab 1924 wurden die im «Rössle» in Schaan gezeig- ten Filme zumeist auch im Gasthaus «Adler» in Vaduz aufgeführt. So warb das obige Inserat vom 5. Fe- bruar 1927 für den beider- orts gezeigten «Prunkfilm» Quo Vadis. 
Filmvorführungen wurden manchmal durch ein zu- sätzliches Unterhaltungs- programm ergänzt, wie die Annonce unten vom 2. Juli 1921 belegt: «Mit darauffolgendem Tanz». 153
        

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