graphische Aufführungen im Wirtshaus «Adler» in Vaduz und im Wirtshaus «Freihof» in Mauren nach. Sie wurde ihm unter Einhaltung von Sicherheitsauf- lagen, wie schon bei der Bewilligung für das Kino im «Rössle», erteilt. Ab 1921 sind die Kino-Annoncen persönlich vom Wirt Karl Kaufmann gezeichnet. Am 24. Oktober 1925 erschien sein Name dann zum letzten Mal, und ab dem 21. November 1925 war es die Witwe Judith Kaufmann, die das Kino betrieb. Sie teilte dem Publi- kum in einem Zeitungsinserat mit, dass sie jeden Samstag und Sonntag spielen werde und bestrebt sei, nur erstklassige Filme zur Vorführung zu bringen. 1927 erschien lediglich eine Zeitungs-Annonce im Februar, und die Rhein-Überschwemmung des Lan- des am 25. September 1927 dürfte dem Kinobetrieb ein vorläufiges Ende bereitet zu haben. 1928 
gelang- Kinovorstellung fOtr 9fö&te»Saat Seffern leben Sonntag afeenbs 8 ttbr, Immer nur bit erflen 6d)Iager, mit feiner ajcufifbe'gleitung. Rn }abjre!$em Befudjt labet freunblid)ft ein «f Der Kitt: St Äanftncrrm. Diese Kino-Anzeige im «Liechtensteiner Volks- blatt» vom 1. September 1923 verdeutlicht, dass nicht für jede einzelne Filmvorführung separat in der Zeitung inseriert wurde. Bemerkenswert ist, dass «Rössle»-Wirt Karl Kaufmann ab 1921 die Kino-Annoncen nament- lich zeichnete. 
te Judith Kaufmann mit der Bitte um Wiederbewilli- gung des Kinobetriebes an die Regierung. «Schaan, 7. Jänner 1928 Hohe Fürstl. liechtensteinische Regierung in Vaduz Endesgefertigte Frau Judith Kaufmann Wtwe, zum Rössle in Schaan, verdankt Ihnen Ihre geschätzte Zu- schrift vom 5. Dez. v. J. und gestattet sich neuerlich ihr ergebenes Ansuchen um gefl. Erteilung einer Be- willigung um Wiederzulassung der Kino-Aufführun- gen, einer Hohen Regierung zu unterbreiten. Im Anbetrachte, dass Gesuchstellerin, durch die Hochwasserkatastrophe im Haus & Feld schwer ge- schädigt, das Gastgewerbe zur Zeit sehr geringen Verdienst abwirft, die auswärtigen Kino, wenn eine eheste Wiederzulassung der Kino-Aufführungen nicht möglich, meine früheren Kunden vollständig an sich ziehen und nachdem sie als Wittwefür noch vier unmündige Kinder zu sorgen hat, sieht sie sich daher veranlasst, ihr früher gestelltes Ansuchen mit der Bitte zu wiederholen, eine Hohe Regierung wolle ihr gütigst eine diesbzgl. Bewilligung erteilen. Mit dem höflichen Ersuchen, eine Hohe Regierung wolle unter gefl. Berücksichtigung oberwähnter Um- stände, nach Tunlichkeit, ihren ergebenen Ansuchen entsprechen, dankt im Vorhinein für eine wohlwol- lende Erledigung Ergebenst Frau J. Kaufmann z. Rössle»^ Die positive Antwort der Regierung erfolgt prompt am folgenden Tag. Die letzte Kinovorführung, die durch eine Zei- tungs-Annonce belegt ist, fand im April 1932 statt. Wie lange es nachher noch Kinovorstellungen im «Rössle» gab, lässt sich nicht genau feststellen. Her- ta Frick glaubt, dass spätestens 1933 das Kino aufge- geben wurde, da in dem Jahr Judith Kaufmanns ein- ziger Sohn im Alter von 21 Jahren tödlich verun- glückte. Da sie nun in der Landwirtschaft und in der Gastwirtschaft praktisch auf sich allein gestellt war, dürfte das Kino ihr zuviel Arbeit gewesen sein. 1932 16) LLA RE 1928/123. 150
        

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