DIE FUNDMÜNZEN VOM KIRCHHÜGEL BENDERN HARALD RAINER DERSCHKA tenser das Stift Roggenburg (im Bistum Augsburg) ge- gründet und diesem sowohl St. Luzi in Chur als auch die Propstei Bendern (praepositura Benedurana) unterstellt.18 Die Annalen von Pfäfers wurden, wenn auch unter Verwendung seriöser Quellen, erst um 1700 zusammengestellt.19 Die Gründung Roggen- burgs durch den Bischof von Chur steht nicht in Fra- ge; und ebenso betrachtete man Roggenburg stets als das Mutterkloster von St. Luzi.20 Die Nennung Benderns in diesem Zusammenhang ist allerdings fragwürdig; es mag sein, dass der Annalist hier die Erinnerung an die Stellung von St. Luzi als Propstei (vor 1450) und die Rolle von Bendern als Zufluchts- stätte des Konventes von St. Luzi (1538-1636) kon- taminierte und ins hohe Mittelalter zurückverlegte. Festen historischen Boden gewinnen wir wieder mit einem Schutzprivileg Papst Alexanders III. für Schänis vom Jahre 1178. Damals bestätigte der Papst den gesamten Besitz des Klosters, unter an- derem quidquid iuris habetis in ecclesia de Bendu- ro, sane novalium vestrorum, quae propriis mani- bus aut sumptibus Colitis, sive de nutrimentis ani- malium vestrorum nullus a vobis decimas praesu- mat exigere\" bemerkenswert ist hier der LIinweis 7) Eine verdienstvolle und bis heute brauchbare Übersicht über die mittelalterlichen Schriftquellen zum Benderer Kirchhügel erstellte der seinerzeitige Ortsgeistliche von Bendern: Büchel, Bendern; hier S. 5-13. - Vgl. hierzu auch Klee, Doris: Die Pfarrei Bendern - ein kirchliches Zentrum im Abseits. In: Das Fastentuch von Bendern 1612. Hrsg. Norbert W. Hasler. Vaduz, 1999, S. 13-20. - Poeschel, KDM Liechtenstein, S. 242-243. 8) Malin, Bendern, S. 226. 9) Vgl. die Grundrissskizze und die Rekonstruktionszeichnungen Malins, wie vorstehende Anm. 10) Der Name «Bendern» könnte auf gewisse Bedeutung dieses Siedlungsplatzes bereits in keltischer Zeit hindeuten; J. U. Hub- schmied und E. Poeschel deuten ihn als «umfriedeter Hof am Abschluß des Berges»; zusammengesetzt aus pennos (Kopl) und durum (Tor, Burg) (Poeschel. KDM Liechtenstein, S. 341) in Modifika- tion der älteren, etwas engeren Deutung als «Turm auf der Anhöhe» (Büchel. Bendern, S. 14); dgl. Nipp. Eugen: Alte Sprachüberreste und fremdes Sprachgut in Liechtenstein. In: JBL 24 (1924), S. 89-1 14; hier S. 105. - Heute gilt lediglich die Deutung des Zweitgliedes duro als «Befestigung» als gesichert; dazu Stricker. Hans; Banzer. Toni: Hübe. Herbert: Liechtensteiner Namenbuch. Die Orts- und Flurna- men des Fürstentums Liechtenstein. Bd. 4: Die Namen der Gemein- den Gamprin. Schellenberg, Ruggell. Vaduz. 1999. S. 26. - Proble-matisch 
sind die spekulativen Versuche E. Schafhausers, Bendern als Pfalzort zu identifizieren: Schafhauser. Eugen: Churrätische Pfalzen. Chur, 1984, ab S. 139 u. ö. Dazu die Rezension H. Maurers in: Schriften des Vereins für Geschichte des Bodensees und seiner Umgebung 105 (1987). S. 215-216. 11) Müller, Wolfgang: Zur Kirchen- und Pfarrgeschichte. In: Müller, Liechtenstein, S. 33-62; hier S. 44. - Müller, Iso: Die rätischen Pfarreien des Frühmittelalters. In: Schweizerische Zeitschrift für Geschichte 12 (1962). S. 449-497; hier S. 477-478. 12) Müller, Iso: Die Patrozinien des Fürstentums Liechtenstein. In: JBL 59 (1959), S. 301-327; hier S. 310. - Wanner, Konrad: Vom lokalen Heiligtum zur ländlichen Pfarrkirche - am Beispiel des heutigen Kantons Zürich. In: Variorum munera florum. Latinität als prägende Kraft mittelalterlicher Kultur. Festschrift für Hans F. Haefele. Hrsg. Adolf Reinle u. a. Sigmaringen, 1985. S. 253-272; hier S. 254 u. ö. 13) Zur Fähre Bendern-Haag vgl. Hager, Arthur: Vom alten Grenzort Bendern. In: JBL 81 (1981), S. 223-228. 14) Poeschel, KDM Liechtenstein, S. 242. 15) Die grundlegenden Quellenpublikationen: Bündner UB; LUB 1/1; Helbok, Regesten (wie Literaturverzeichnis). 16) LUB 1/1. Nr. 4, S. 48-49. - Monumenta Germaniae Historica. Diplomata regum et imperatorum Germaniae. Bd. V: Die Urkunden Heinrichs III. Hrsg. Harry Bresslau u. Paul Kehr. 2. Aufl. Berlin. 1957, Nr. 130. S. 162-163. - Zu den Grafen von Lenzburg bündig Merz, Walther: Grafen von Lenzburg. In: Genealogisches Handbuch zur Schweizer Geschichte. Bd. 1: Hoher Adel. Zürich 1900-1908. S. 56-62. 17) Büchel, Bendern. S. 5. - LUB 1/1, Anm. 29, S. 53; die Lokalisie- rung in Beneduro sowie die Konjunktion curtis et ecclesiae schlies- sen es definitiv aus. ecclesiae als Plural zu deuten. - Helbok, Rege- sten, Nr. 188, S. 86. 18) LUB 1/1, Nr. 5, S. 54: Anno porro hoc 1126 Conradus Imus episcopus Curiensis ä Biberech ceu singularis amator et fautor monachorum Praemonstratensium fundavit monasterium Roggen- burgense in Suevia, cui et s. Lucii olim s. Valentiniani Curiense subiecit et praeposituram Beneduranam. 19) Annales Fabarienses: Stiftsarchiv St. Gallen, Abt. Pfäfers, Cod. Fab. 107; frdl. Mitt. Herr Stiftsarchivar Werner Vogler. - Zu St. Luzi jetzt zusammenfassend Hippenmeyer, St. Luzi, S. 217-266. 20) Vgl. Bündner UB I, Nr. 309, S. 228. - Zu Roggenburg ferner Backmund. Monasticon Praemonstratense, S. 64-68. - Gemäss einer Tradition des 16. Jh.s berief Bischof Konrad Roggenburger Prämon- stratenser nach St. Luzi; Kundert, Werner in: Helvetia Sacra, Bd. 1/1. Schweizerische Kardinäle. Das apostolische Gesandtschaftswesen in der Schweiz. Erzbistümer und Bistümer I. Hrsg. Albert Bruckner. Bern. 1972. S. 475. 21) Bündner UB I, Nr. 400. S. 296-299; hier S. 298. - LUB 1/1. Nr. 10 (Regest), S. 60-61. - Helbok. Regesten. Nr. 280, S. 137. 95
        

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