derne Münzen vor; unbestimmbar sind 5 Stück.2 Von diesen Vorbestimmungen waren 147 Münzen des 20. Jahrhunderts ausgeschlossen, ebenso zwei moderne Plomben, eine Spiehnünze, eine Hunde- marke und das Anhängekreuz eines modernen Ro- senkranzes. Alle diese Objekte sind hier ebenfalls aufgenommen. Das Grabungstagebuch verzeichnet noch einen wohl frühneuzeitlichen Hohlpfennig, der im Original nicht mehr vorliegt. Die älteren Devotionalien von der Benderer Kir- chengrabung, hauptsächlich Kreuze von Rosen- kränzen, Gnadenpfennige und Wallfahrtspfennige, publizierte Werner-Konrad Jaggi bereits 1987.3 Eine erste, nur summarische Übersicht über den Münzfundkomplex aus Bendern wurde von Erich B. Cahn bald nach Abschluss der Grabungen veröf- fentlicht.4 Die mittelalterlichen Fundmünzen aus Bendern nahm Benedikt Zäch 1994 im Kontext sei- ner Untersuchung über Münzfunde und Geldum- lauf im mittelalterlichen Alpenrheintal genauer in Augenschein.5 Seine Arbeit unternimmt eine syste- matische Gesamtschau sämtlicher Fundmünzen des Mittelalters in diesem Raum; an ihren Ergeb- nissen wird im Folgenden auch die detaillierte Be- trachtung des Benderer Materiales ausgerichtet. Nun stellt der regionale Geldumlauf nur einen von vier Faktoren dar, welche die Zusammenset- zung eines Fundmünzenkomplexes bestimmen. Als zweite Determinante wäre die sachliche Kategorie des Fundplatzes zu berücksichtigen: Im konkreten Falle des Benderer Kirchhügels lässt sich etwa zwischen den Kirchenfunden aus der Pfarrkirche Sta. Maria, den Münzen aus den Wohn- und Ökono- miegebäuden, zumal deren Zwischenböden, und den Münzen vom Friedhof differenzieren; hinzu kommen Streufunde aus dem Gartenbereich sowie vom Nordwest- und vom Nordosthang. Drittens be- stimmt der individuelle Charakter des Fundplatzes das Spektrum seiner Fundmünzen; im Falle von Bendern zeitigte die Lage am Rhein und einer Querspange der Rheintalstrasse, dieser eminent wichtigen Transitverbindung von Norden nach Sü- den, ihren Niederschlag im Fundgut. Schliesslich und viertens hängt die Zusammensetzung des Fundkomplexes vom Zufall ab: Was die Fundum-stände 
betrifft, sind wir in Bendern in der glückli- chen Lage, dass die Münzen im Kontext systemati- scher Grabungen geborgen wurden; wir können also davon ausgehen, dass die im untersuchten Bo- denmaterial enthaltenen Münzen vollständig er- fasst wurden, soweit dies möglich ist.6 Was sich dem Scharfsinn des Bearbeiters indes vollständig entzieht, sind die Zufälligkeiten der Verlustumstän- de. Sie stellten das numismatische Restrisiko dar, welches uns verunmöglicht, aus vereinzelten Fund- komplexen allzu weitreichende Rückschlüsse auf die Struktur des Geldumlaufes an diesem Ort zu ziehen. 2) Maschinenschriftliche Münzlisten im Hochbauaumt des Fürsten- tums Liechtenstein, Abteilung Denkmalpflege und Archäologie, in Triesen. Vor dem Hintergrund dieser gediegenen Vorarbeiten konnte ich mich darauf beschränken, die Daten unter Zuhilfenahme gegebe- nenfalls inzwischen neu erschienener Literatur noch einmal zu überprüfen; die von Hans-Ulrich Geiger und Hortensia von Roten geleistete gründliche Arbeit hat mir in etlichen Fällen langwierige Recherchen erspart. Dass meine Arbeit an den Benderer Fundmün- zen in überschaubarer Zeit mit überschaubarem Aufwand geleistet werden konnte, verdanke ich ferner Hansjörg Frommelt von der liechtensteinischen Archäologie, der in unbürokratischer Weise für eine Überstellung des Materiales ins Münzkabinett Winterthur sorgte, und Benedikt Zäch, der mir dort die bibliothekarische und technische Infrastruktur seiner Institution zur Verfügung stellte. Benedikt Zäch unterbreitete darüber hinaus eine ganze Reihe wertvoller Präzisierungsvorschläge für diesen Aufsatz. Wichtige Hinweise zu den konkreten Fundumständen in Bendern steuerten der seinerzeitige Ausgräber Georg Malin sowie Ulrike Mayr von der liechtensteinischen Archäologie bei. Die Münzphotographien besorg- te Hansjörg Frommelt, die Karten zeichnete Silvia Ruppen. Ihnen allen bin ich zu Dank verpflichtet. 3) Mahn. Georg; Jaggi, Werner-Konrad: Devotionalien aus den Grabungen auf dem Kirchhügel von Bendern 1969-1971. In: JBL 87 (1987). S. 249-273. 4) Cahn. Erich B.: Münzfund aus Bendern FL. In: Schweizer Münz- blätter 31 (1981), Nr. 122, S. 41-42. 5) Zäch, Alponrheintal; die Fundregesten für die Kirche (Nr. 9) und das Pfarrhaus (Nr. 10) auf S. 234 u. 235. 6) Dies ist dem akribischen Einsatz von Franz Büchel (1920-1997) zu verdanken, der als Mitglied einer Regiegruppe des damaligen Landesbauamtos auf der Grabung eingesetzt war. Demgegenüber zeigt die Erfahrung, dass - soweit eine Überprüfung möglich ist - Fundkomple.xe von privaten Fundbergungen den wissenschaftlichen Bearbeiter nur selten vollständig erreichen; vgl. Schmutz. Schellen- berg. S. 43-46, über die Schwierigkeiten bei der Rekonstruktion des Schatzfundes von Schellenberg. 92
        

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