DER HERRSCHAFTLICHE MEIERHOF GAMANDER OB SCHAAN / PETER ALBERTIN Meierhof neu erbaut zur Bewirtschaftung der Herr- schaftsgüter in Schaan. Der erhoffte Ertrag blieb je- doch aus, worauf der Hof ab 1735 verpachtet und 1780 gar an die Gemeinde Schaan verkauft wurde. Von 1787 bis 2001 war er in Privatbesitz. Im 19. Jahrhundert, vermutlich um 1890, wurde die westliche Hälfte der einst mächtigen Stallscheune aus uns unbekannter Ursache abgetragen. 1910 er- hielt die Scheune ihr heutiges Dach und 1919 eine nordseitige Erweiterung. Das Wohnhaus wurde 1943 mit einem neuen Innenausbau ausgestattet und die Fassaden wurden zu barocker Erschei- nung überarbeitet. Heute zeichnet sich der Hof besonders aus: - durch seine markante Lage an der «Oberen Reichsstrasse»; - als hierzulande wohl frühestes grösseres Bau- vorhaben der neuen Landesherren von Liech- tenstein; - mit der exakt axialen Ausrichtung der Bauten und dem geschlossenen Innenhof; - als hierzulande einzige in barocker Art geplante und ausgeführte Hofanlage sowie seiner noch vorhandenen einheitlichen und geschlossenen Erscheinung; - mit den vom Keller bis zum First erhaltenen Bau- und Raumstrukturen des Wohnhauses von 1721/22; - durch die Erneuerungen und Ausbauten von 1943 am Wohnhaus; sie zeigen gehobene Qua- lität, partiell aus dem 18. Jahrhundert stam- mend zugekauft; wobei das Objekt heute in einer etwas idealisierten Barockarchitektur erscheint; 
Stallscheune Garten- häuschen E. 19.Jh. Tor Queraxe Wohnhaus N \ 
Hof Brunnen Haus- eingang Situierung der Hofanlage 1721/22; Grundriss 1:500 75) Im Auftrag der Denkmalschutz-Kommission der liechtensteini- schen Regierung durften wir im September 1999 die bewohnte und genutzte Hofanlage baugeschichtlich untersuchen, ohne Strukturfrei- legungen vorzunehmen. Einige Bauhölzer aus Wohnhaus und Stall- scheune wurden dendrochronologisch datiert. Die Untersuchung erfolgte durch das Laboratoire de Dendrochronologie Moudon, Un- tersuchungsprotokoll N.Ref.LRD 99/R 4991T. - Die in diesem Bericht verwendeten Jahreszahlen sind nach Möglichkeiten mit Zusatzbuch- staben versehen: d für dendrochronologisch datiert, a für archiva- lisch bezeugt, i als durch Inschrift belegt. Als Plangrundlage dienten uns Aufnahmepläne 1:50 des Architektur- büros Florin Frick, Schaan, datiert September 1991. 215
        

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