DER HERRSCHAFTLICHE MEIERHOF GAMANDER OB SCHAAN / CLAUDIUS GURT sende Bemerkung des Rentmeisters.48 Der jeweils für sechs Jahre ausgestellte Pachvertrag erfuhr bei seiner Erneuerung 1740 insofern zwei Änderun- gen, als der wohl zu hohe Pachtzins auf 212 Gulden reduziert wurde und als Mitpächter von Josef Risch ein Johann Anger auftritt.49 Ab 1746 erscheint dann Josef Risch wieder als alleiniger Pächter mit einem nochmals um 12 Gulden auf 200 Gulden herabgesetzten Pachtzins.50 1750 mussten auf fürstliche Verfügung hin «beede Meyerhöff zu Tri- sen und Schan mit möglichster Menage derer Cö- sten [d.h. mit möglichst geringem Kostenaufwand] standthafft reparieret werden». Für den Meierhof  war dies immerhin mit Auslagen von insgesamt 92 Gulden und 25 Kreuzer verbunden.5' Kurz nach Ablauf des Pachtvertrages im Jahre 1752 muss der langjährige -Pächter Jo- sef Risch gestorben sein, denn 1752 ersteigerten Josef Conradt, Anton Walser und Alexander Jehle von Schaan die Pacht um den Meierhof für 230 Gulden.52 Und ein Jahr später erscheint anstelle von Alexander Jehle die Witwe von Josef Risch als Mitpächterin.53 1755 waren zur Sicherstellung der Wasserver- sorgung im Gamanderhof erneut namhafte Auf- wendungen zu verbuchen. So musste der «Ge- meindt Rottenboden» für die Lieferung von 150 «Teücheln» (Holzröhren) aus Föhrenholz für die Wasserleitung zum -Brunnen 36 Gul- den und 40 Kreuzer und den Brunnenbauern Tho- mas Negele und Jgnaz Ospelt für die Erstellung die- ser Wasserleitung 59 Gulden und 40 Kreuzer bezahlt werden.54 Aber entweder reichte das zuge- leitete Wasser nicht aus oder - was wohl wahr- scheinlicher gewesen sein dürfte - die hölzerne Wasserleitung war zu reparaturanfällig und ihr Un- terhalt zu kostspielig, jedenfalls bewilligte die Herr- schaft ein gutes Jahrzehnt später für den Bau eines Ziehbrunnens 150 Gulden. In einer Tiefe von «über 40 Schuhe» stiess man zwar auf Wasser, «allein solches sich wiederum gäntzlichen verlohren, so ist dem Brunnenmeister vermög deren ihm gesezten conditionen an statt täglich 1 Gulden [nur] 30 Kreu- zer bezalt worden». Den mit dem Aushub und der Zuschüttung «der über 48 Schuhe tieffen Öffnung» 
beschäftigten Taglöhnern mussten schliesslich wei- ter 52 Gulden und 12 Kreuzer bezahlt werden.55 1758 fand erneut ein Pächterwechsel auf dem Gamanderhof statt. Beim neuen Pächter Josef Risch dürfte es sich wohl um einen gleichnahmigen Sohn des erwähnten, 1752 verstorbenen Pächters Josef Risch handeln.56 Wiederum waren bedeuten- de Unterhaltsarbeiten vorzunehmen.57 Ebenso bei 41) LLA RA 2/1/11. 42) LLA AS 8/3 (Rentamtsrechnung 1726) fol. 35, 130r. 43) LLA AS 8/4 (Rentamtsrechnung 1731) fol. 117r. 44) Vgl. z.B. LLA AS 8/3 (Rentamtsrechnung 1726) Inventar fol. 13v- 14r: LLA AS 8/5 (Rentamtsrechnung 1732) Inventar fol. 34v-35v. 45) Eine kurze Kommentierung des Grundrissplanes bei Poeschel. Erwin. Die Kunstdenkmäler des Fürstentums Liechtenstein. Basel, 1950, S. 103; zur typischen bäuerlichen Bauform in Liechtenstein vgl. ebd. S. 16. Ein Abdruck des Grundrissplanes im Liechtensteiner Vaterland) vom 17. Aug. 1996. S. 15. Hier auch der Versuch eines Überblicks zur Geschichte des Gamanderhofes. 46) Vgl. Anm. 11. 47) LLA AS 8/6 (Rentamtsrechnung 1735) fol. 30r. 48) LLA AS 8/6 (Rentamtsrechnung 1735) Inventar fol. 67r. 75v. Diesen Verkauf widerspiegelt auch das in der Rentamtsrechnung für das Jahr 1742 (LLA AS 8/9) verzeichnete dürftige Inventar für den Gamanderhof: «2 alte Tisch. [1] Bettstatt. [1?] Offen Eysen. [1?] Laiter. [1] alter langer Stuel». Die in Tschugmell, Fridolin. Beamte 1681-1840, Dienstinstruktionen. Diensteide, usw. zusammengestellt aus dem Regierungsarchiv. In: JBL 47 (1947), S. 68 verzeichnete Liste der . wonach Josef Risch seit 1732 und vermutlich schon frührer als Pächter des Gamanderhofes nachweis- bar ist, wäre im genannten Sinne zu korrigieren. 49) LLA AS 8/8 (Rentamtsrechnung 1740) fol. 27r. 50) LLA AS 8/11 (Rentamtsrechnung 1750) fol. 34r. 51) LLA AS 8/11 (Rentamtsrechnung 1750) fol. 118; LLA Domänen- archiv: Majorats-Rentamts-Rechnungsbuch von 1751, fol. 165r. 52) LLA Domänenarchiv: Majorats-Rentamts-Rechnungsbuch von 1752. fol. 34r und von 1753. fol 34r. 53) LLA Domänenarchiv: Majorats-Rentamts-Rechnungsbuch von 1754, fol. 33r. 54) LLA AS 8/13 (Rentamtsrechnung 1755) fol. 62r, 161 r. 55) LLA AS 8/16 (Rentamtsrechnung 1766) fol. 98r. 56) LLA AS 8/15 (Rentamtsrechnung 1764) fol. 28v. 57) Für Schreiner-, Glaser-, Schlosser- und Hafnerarbeiten mussten rund 133 Gulden bezahlt werden. LLA Domänenarchiv: Majorats- Rentamts-Rechnungsbuch von 1759. fol. 107r. 209
        

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