Aktuelle Ansichten des Gamanderhofes. Oben: Blick von Norden auf das Wohngebäude; unten: Detailansicht beim Wohn- gebäude mit einem 1943 in barockisierender Form neu gestalteten Fenster 
KURZES FAZIT - EIGENTLICH NICHT DAS LETZTE WORT? Ob 
nun Teücrium chamaedrys oder Veronica cha- maedrys - die beiden beim Volk 
als Gamander be- zeichneten Pflanzen sind für das fragliche Gebiet über Schaan und dessen Umgebung gleichermas- sen solide nachgewiesen. Damit ist jedenfalls die wichtigste Bedingung für den 
Ansatz Gamander als Pflanzenname erfüllt. Ob damit die Herleitung als geradezu sicher zu betrachten ist, steht damit freilich noch nicht aus- ser jedem Zweifel. Denn ganz von selber versteht sich immerhin der Name einer 
Pflanze tel quel für das Gebiet, in dem diese vorkommt, auch nicht. Freilich, wenn wir primär von einem 
Plural in den Gamandern () ausgehen, was die alten Formen ja gestatten, dann ist die Deutung recht wahr- scheinlich. Ein Zusammenhang unseres Namens mit dem des bündnerischen Reformators Johannes Coman- der (oder Komander)22 ist hingegen nicht auszuma- chen. Weder wissen wir etwas von persönlichen Verbindungen des Reformators mit Schaan, noch würden solche in diesem Fall weiterhelfen - er- scheint doch 
unser Gamander bereits ab 1510; wo- gegen Comander mit seinem reformatorischen Wirken in Chur erst 1523 begann. Andere, frühere Träger dieses Namens sind ebenfalls nicht in Be- tracht zu ziehen, denn dieser hatte - zumal vorher - keinerlei weitere Verbreitung: sein bekannter Träger, geboren als Johann Dorfmann in Maien- feld, hatte nach Humanistenart seinen Familienna- men ins Griechische übersetzt. Weitere Deutungsansätze mit höheren Wahr- scheinlichkeiten scheinen nun erst recht nicht in Sicht zu sein, womit wir uns einstweilen mit obi- gem werden begnügen müssen. 204
        

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