DER HERRSCHAFTLICHE MEIERHOF GAMANDER OB SCHAAN Kaiser Gruppe, favorisierte dabei das Projekt von Professor David Chipperfield aus London, welches auch den Erhalt des benachbarten Ökonomiege- bäudes vorsah.6 Trotz dieses Kompromisses wären im Falle einer Realisierung dieses Überbauungs- plans die einmaligen und unverfälschten, heute noch erkennbaren, Strukturen des Anwesens als Meierhof aufgerissen und irreparabel beschädigt worden. Der Schaaner Gemeinderat lehnte in seiner Sit- zung vom 8. November 2000 mehrheitlich den von der Fritz Kaiser Gruppe anvisierten Überbauungs- plan ab.7 Die Fritz Kaiser Gruppe verlor in der Fol- ge das Interesse am Erwerb der Liegenschaft «Gamander». Daraufhin ersuchte der Historische Verein für das Fürstentum Liechtenstein am 29. November 2000 die Gemeinde Schaan, die Mög- lichkeit eines Kaufs der Liegenschaft nochmals in Erwägung zu ziehen.8 Die Gemeinde Schaan trat in der Folge erneut in Kaufverhandlungen, konnte sich jedoch mit der Familie von Halem nicht auf ei- nen Kaufpreis einigen.9 Ein halbes Jahr später meldete wieder eine pri- vate Gesellschaft ihr Interesse am Kauf des «Ga- manderhofes» an: Am 5. Mai 2001 wurde der Ein- trag einer «Gamander Aktiengesellschaft» im Öf- fentlichkeitsregister publik gemacht.10 Als Verwal- tungsräte dieser Firma mit Einzelzeichnungsrecht fungierten Reinhard Werner Marxer aus Mauren sowie Helmuth J. Verling aus Vaduz. Diese neuen Kaufinteressenten waren jedoch nicht bereit, Pla- nungsauflagen der Gemeinde Schaan zu erfüllen. Daraufhin war auch diese private Käuferschaft nicht mehr am Erwerb des «Gamanderhofes» in- teressiert. Die infolge der Landtagswahlen vom Februar 2001 ins Amt eingesetzte neue Regierung zeigte Gehör für das vom Historischen Verein geäusserte Anliegen, den «Gamanderhof» in den Besitz der öf- fentlichen Hand zu bringen. Die Regierung trat in Verkaufsverhandlungen mit der Familie von Ha- lem. Auf Antrag der Denkmalschutz-Kommission des Landes Liechtenstein unterbreitete die Regie- rung sodann im November 2001 dem Landtag ein Ankaufsangebot, welches von diesem schliesslich 
mit grosser Mehrheit genehmigt wurde. Damit ging der «Gamanderhof» in staatlichen Besitz über." 1) Erwin Poeschel: Die Kunstdenkmäler des Fürstentums Liechten- stein. Basel. 1950, hier S. 103. 2) Schreiben des Historischen Vereins an die liechtensteinische Regierung sowie an die Gemeinde Schaan, März 1998, unterzeichnet vom Vereinsvorsitzenden Rupert Quaderer. 3) Schreiben der liechtensteinischen Regierung an den Historischen Verein. 8. April 1998, unterzeichnet von Regierungschef Mario Frick. 4) Vgl. Vorwort des Schaaner Gemeindevorstehers Hansjakob Falk. In: Schaan heute. Informationsblatt der Gemeinde Schaan. Nr. 110, 31. Jahrgang, September 1999. 5) Ebenda. 6) Walter Walch-. Neuere Architekturwettbewerbe. In: Bauen für Liechtenstein. Vaduz, 2000, S. 296-325, und hier speziell zum Überbauungsplan «Gamander»: S. 318-321. - Eine Vorstellung dieses Überbauungsplans auch in: LVaterland und LVolksblatt vom 2. Juni 2000. 7) Gemeinderat Schaan. Protokoll der Sitzung vom 8. November 2000, Traktandum 261. 8) Schreiben des Historischen Vereins an die Gemeinde Schaan, 29. November 2000. 9) Schaan heute. Informationsblatt der Gemeinde Schaan, Nr. 119. 33. Jahrgang, Dezember 2001, S. 8. 10) Vgl. LVolksblatt, 5. Mai 2001. 11) Protokoll der Landtagssitzung vom 15. November 2001. 193
        

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