Kirche gefundenen Münzen überwiegend um früh- neuzeitliche und moderne Stücke, kamen in der Kirche und ihrem unmittelbaren Umfeld allein acht von den insgesamt 11 früh- und hochmittelalterli- chen Münzen zutage sowie 11 von insgesamt 29 spätmittelalterlichen Münzen. Ferner setzt hier das 16. Jahrhundert mit vier Stücken einen eigenen Ak- zent; bezeichnenderweise sind die genauen Fund- umstände der beiden jüngeren Ausreisser von 1698 und 1850 unklar.136 Bei den 26 Fundmünzen aus dem Pfarrhaus an der Nordkante des Kirchhügels handelt es sich es vorwiegend um Zwischenbodenfunde aus dem er- sten Obergeschoss. Ausweislich eines heute nicht mehr vorhandenen Wappensteines wurde dieses Gebäude, das zuweilen als Statthalterei angespro- chen wird, 1539 vollendet.137 Dazu fügt sich be- stens die Münzreihe, die mit Münzen des 16. Jahr- hunderts einsetzt. Die auffälligste Münze aus den Zwischenböden des Pfarrhauses ist der friesische Dukat von 1592, mithin aus der Zeit, als sich der Konvent von St. Luzi in diesem Gebäude aufhielt. Vergleichsweise unergiebig war demgegenüber die Untersuchung des alten Pfarrhauses oder Pfarr- stalls (heute Liechtenstein-Institut) in der Mitte des Kirchhügels, was angesichts seiner früheren land- wirtschaftlichen Nutzung als Torkel und Kornbo- den nicht weiter verwundert.138 Lediglich eine spät- mittelalterliche und eine frühneuzeitliche Münze sowie drei moderne Stücke wurden hier gebor- gen.139 Die 17 Fundmünzen und die eine Plombe vom Friedhof besitzen, wie bereits erwähnt, den Cha- rakter von Streufunden. Um einen zusammen- gehörigen Komplex, etwa eine verlorene Börse, mag es sich bei den vier österreichischen Klein- münzen der Jahre 1858 bis 1860 handeln, die westlich des Kirchenhauptportals zutage kamen. Weiter nördlich liegen innerhalb des Kirchhügel- areals zwischen dem alten Pfarrhaus und dem heu- tigen Pfarrhaus ferner noch der sogenannte Süd- garten und der Ostgarten. Dabei handelt es sich um Areale, die ehedem öffentlich-rechtlichen Charak- ter besassen: Auf dem Platz vor der Statthalterei geschah in der Frühen Neuzeit die Vereidigung des 
Landammannes der Herrschaft Schellenberg; im Anschluss daran beeidigte die versammelte Ge- richtsgemeinde die Landsatzungen. Hier schworen im Frühjahr 1699 die Mannen von Schellenberg dem Fürsten Hans Adam Andreas von Liechten- stein die Treue.140 Im Spektrum der 18 Münzen aus dem Südgarten und der 31 Münzen aus dem Ost- garten sind keine Auffälligkeiten erkennbar. Ausserhalb dieses inneren Kirchhügelareals wurden an den Hängen nordwestlich und nordöst- lich des Kirchhügels ebenfalls Untersuchungs- schnitte gesetzt. Hier ist die schiere Menge an Fundmünzen bemerkenswert: Die 187 Münzen, zwei Rechenpfennige, zwei Plomben und drei wei- teren Objekte vom Nordwesthang machen mehr als die Hälfte des Benderer Fundgutes aus; der Nord- osthang steuert 46 Münzen bei. Aufmerksamkeit erregt die Konzentration von sechs mittelalterli- chen Münzen am Nordwesthang; der Nordosthang erbrachte nur drei mittelalterliche Münzen, darun- ter einen bemerkenswert frühen Mailänder Denaro des 12. Jahrhunderts. Auffällig sind ferner die bei- den Rechenpfennige vom Nordwesthang. Fast ist man geneigt, zwischen ihnen und dem etwa zeit- genössischen friesischen Dukaten aus dem Pfarr- haus einen Zusammenhang herzustellen: Denn wo grössere Geldwerte wie eben dieser Dukat verwal- tet wurden, waren auch umfänglichere Rechnun- gen erforderlich; und zu deren Durchführung benötigte man Rechenpfennige. Nun fand sich die Masse der Objekte vom Nordwesthang und vom Nordosthang in Schuttschichten rund um das alte Pfarrhaus; hier wird man also die Möglichkeit im Auge behalten müssen, dass bei seiner Erbauung im 16. Jahrhundert ein mittelalterlicher Vorgän- gerbau beiseite geräumt und gelegentlich der gros- sen Innenrenovation von 1730 nochmals Material nach aussen geschafft wurde, welches dann die beiden Rechenpfennige enthalten haben mag. Fer- ner überliefert das Fundgut vom Nordwesthang die Masse der modernen Münzen. 128
        

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