steuern die Weimarer Republik und die frühe Bun- desrepublik je vier Kleinmünzen bei. Aus dem Drit- ten Reich liegen gar 29 Pfennignominale vor; seit dem Anschluss Österreichs war es ja direkter Grenznachbar Liechtensteins. Mithin stellen deut- sche Münzen den grössten Anteil im Benderer Fundmaterial der dreissiger und vierziger Jahre, noch vor den schweizerischen und den österreichi- schen Münzen. Über die Hälfte der deutschen Mün- zen des 20. Jahrhunderts aus dem Benderer Fund- gut wurde in den süddeutschen Münzstätten Mün- chen, Wien, Stuttgart und Karlsruhe geprägt. Damit sind die süddeutschen Münzstätten überre- präsentiert, gemessen an ihrem Beitrag zur Ge- samtproduktion und im Verhältnis zu den nord- deutschen Münzstätten Berlin und Hamburg. Da die Erzeugnisse der süddeutschen Münzstätten tendenziell in Süddeutschland in den Umlauf ge- bracht wurden, entspricht dieser Befund den Er- wartungen.124 Auffällig ist dagegen der Anteil von Pfennignominalen des Dritten Reiches aus Buntme- tall (Nrn. 156, 163, 164, 172-174). Diese wurden zwar bis zum Kriegsbeginn massenhaft ausgege- ben, aber seit 1940 als kriegswichtiger Rohstoff konsequent durch die unansehnlicheren, auch in Bendern massenhaft gefundenen Zinkmünzen er- setzt; dies führte dazu, dass die Buntmetallpfennige in Deutschland eher selten als Fundmünzen vor- kommen.125 Neben den schweizerischen, österreichischen und deutschen Münzen des 20. Jahrhunderts lie- gen im Benderer Fundgut drei italienische Klein- münzen der Zeit von 1927 bis 1931 vor (Nrn. 193-195) sowie, beinahe mit Symbolcharakter, ein liechtensteinisches Frankenstück Fürst Johanns IL aus dem Jahre 1924 (Nr. 196). Die Reihe der modernen Fundmünzen aus Ben- dern zeigt, dass weder die österreichische Wäh- rung zwischen 1852 und 1924 noch das schweize- rische Geld zwischen 1924 und etwa 1960 eine Mo- nopolstellung im Umlauf erlangen konnten. Den- noch darf man unterstellen, dass die Bedeutung der schweizerischen Frankenwährung, zumal nach 1924, in Bendern sehr viel grösser war, als es die Vorkommenshäufigkeit ihrer Münzen im Fundgut 
suggeriert. Denn bei den österreichischen und deutschen Münzen handelt es sich durchweg um kleine und kleinste Nominale; höhere Wertstufen liegen ausschliesslich in zwei Schweizer und einem Liechtensteiner Franken vor (Nrn. 196, 349, 350). Hinzu kommt, dass der Schweizer Franken in der ersten Llälfte des 20. Jahrhunderts ungleich stabi- ler war als die Währungen Deutschlands und Österreichs; insbesondere büssten die Pfennigno- minale des Dritten Reiches bald nach Kriegsende ihren Wert ein. Es ist also davon auszugehen, dass die Menschen damals mit ihren Rappen sorgfälti- ger umgingen als mit Pfennigen und Groschen, welche dann entsprechend häufiger verloren wur- den. 
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