FÜRST JOHANN II. UND SEINE SAMMLUNG DER WIENER BIEDERMEIERMALEREI / ROSWITHA FEGER Ausgangspunkt des vorliegenden Aufsatzes ist also im Wesentlichen die Schausammlung der Ga- lerie Liechtenstein in ihrem Zustand von 1927. In diesem Jahr erschien erstmals seit 1.885 wieder ein Katalog zur Galerie Liechtenstein, der zudem erst- mals die Gemälde des Wiener Biedermeier erfass- te.35 Die Hängung kann dank eines Raumplanes, ei- nes alphabetischen Künstlerverzeichnisses und ei- nes arithmetischen Bilderverzeichnisses bis zur einzelnen Wand eines Raumes nachvollzogen wer- den.36 Natürlich wurde die Sammlung nicht nach heutigen Gesichtspunkten chronologisch oder the- matisch präsentiert. Für die weit über hundert Wer- ke, die Johann zusammengetragen hatte, standen in der zweiten Etage der Galerie Liechtenstein drei Räume zur Verfügung. Ergänzend zu den öffentlich ausgestellten Wer- ken wird in die private Sammlung der Biedermei- ergemälde im Zusammenhang mit der Sammel- tätigkeit Alois' II. Einblick gegeben. Auf diese Weise kann ein Eindruck gewonnen werden, was dem Geschmack der Familie Liechtenstein entsprach und vor allem, was dem Publikum an Gemälden vorenthalten wurde. Im Folgenden soll untersucht werden, wie Jo- hann IL die traditionsreiche Sammlung der Für- sten von Liechtenstein mit dem neuen Schwer- punkt der Wiener Biedermeiermalerei in ein mu- seales Konzept einfügte. Unter Berücksichtigung der zeitgenössischen Hintergründe sowie der Kunstkritik wird versucht, dem Biedermeier-Be- griff des Fürsten nahe zu kommen und die Sam- meltätigkeit in das zeitliche Umfeld einzuordnen. 
31) Pophanken, Andrea: Graf Schack als Kunstsammler. Diss. München. 1994. - Im Folgenden zitiert als: Pophanken. 32) Heerde. Jeroen Bastiaan van: Staat und Kunst. Wien, Köln, Weimar, 1993. 33) Baumstark 1983, S. 110 f. 34) Wilhelm, Gustav: Die Fürsten von Liechtenstein und ihre Bezie- hungen zu Kunst und Wissenschaft. Schaan, 1976. - Im Folgenden zitiert als: Wilhelm 1976. 35) Kronfeld (wie Anm. 12). 36) Ebenda, S. 251-275. 27) Damals war Fürst Franz Josef 11. Oberhaupt des Hauses Liech- tenstein. 28) Baumstark, Reinhold: Wiener Biedermeier. Kat. Ausst. Vaduz, 19S3. - Im Folgenden zitiert als: Baumstark 1983. 29) Feuchtmüller, Rupert: Ferdinand Georg Waldmüller (1793-1865). Wien, 1996. S. 313-325. - Im Folgenden zitiert als: Feuchtmüller 1996. 30) Dankl. Günther: Vergangenheit und Moderne. In: Festschrift Heinz Mackowitz. Lustenau, 1985. S. 41-50. - Im Folgenden zitiert als: Dankl. 7
        

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