ea pendente;36 und noch einmal im Jahre 1214, specialiter (!) autem ecclesiam de Bendor cum per- tinenciis suis.37 Bischof Arnold von Chur inkorpo- rierte die Kirche von Bendern im Jahre 1215 dem Stift St. Luzi: Die Einkünfte aus der Pfarrei sollten ausser dem Konvent von St. Luzi noch den Nonnen von St. Hilarien in Chur zukommen; das später ein- gegangene Frauenkloster St. Hilarien in Chur stand als sogenanntes «Annexkloster» unter der Leitung des Propstes von St.Luzi.38 Im Jahre 1221 bemühte man Papst Honorius III. um eine Bestätigung von Besitz und Inkorporation;39 eine weitere Bestäti- gung erfolgte 1251 durch den neugewählten Bi- schof Heinrich von Chur.40 Das offensichtliche Misstrauen der Prämonstra- tenser von St. Luzi war berechtigt, denn 1265 mussten sie den Zehnten von Bendern gegen Mar- quard von Schellenberg verteidigen.41 Auf welcher Grundlage Marquard von Schellenberg Rechte in Bendern beanspruchte, ist nicht bekannt; zeitweise soll seine Familie die Vogtei über die Benderer Kir- che innegehabt und darin eine Grablege unterhal- ten haben.42 Ein Blick auf die Zeitumstände lässt vermuten, dass es sich beim Vorgehen Marquards von Schellenberg gegen St. Luzi um mehr handelte als bloss um den dreisten Versuch eines lokalen Machthabers, im Nahbereich seiner Burg Einkünf- te und Rechte an sich zu reissen. Denn die Schel- lenberger erwiesen sich wenig später als entschie- den königstreue Familie. Ein Ulrich und ein Mar- quard von Schellenberg walteten als königliche Statthalter und Landvögte in Oberschwaben, zu- nächst unter den Staufern, später im Gefolge König Rudolfs von Habsburg; vielleicht handelt es sich bei diesem Marquard von Schellenberg noch um den- selben, der 1265 den Benderer Zehnten bean- spruchte. Über die frühe Geschichte der Schellen- berger ist leider wenig Konkretes überliefert; es ist allerdings sehr wahrscheinlich, dass sie - ähnlich wie Rüdiger von Limpach - in staufischer Zeit als Sachwalter der Königsmacht in das Alpenrheintal zogen.43 Nun stellten im Bodenseeraum ausgerechnet die Jahre um 1265 die Entscheidungsjahre für die künftige Entwicklung der Königtumes dar: 1262 
hatte Bischof Eberhard II. von Konstanz gemein- sam mit dem Reichsministerialen Volkmar von Kemnat die Vormundschaft über den unmündigen letzten Staufer Konradin übernommen; seither re- sidierte Konradin im bischöflichen Arbon, und man erwartete, dass er das staufische Erbe im Herzog- tum Schwaben und vielleicht sogar im Reich antre- ten würde.44 Es ist naheliegend anzunehmen, dass der Schellenberger zum weiteren Umfeld Bischof Eberhards und seiner staufischen Partei zählte;45 vielleicht handelte er hier im Bewusstsein, für die verlorenen Rechte des Reiches an Bendern einzu- treten. Mit seinem Scheitern hatte St. Luzi den Be- sitz und die Inkorporation von Bendern allerdings glücklich behauptet und konnte sie bis zur Säkula- risation von 1802 gemessen; der Verlust von Ben- dern erwies sich dann als so schwerwiegend, dass er zur Auflösung des Stiftes erheblich beitrug.46 98
        

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