Aufsatz angepasst».36 Ebenso ziert die Kopie des Cranach-Gemäldes das Giebelbild des Hochaltars der Marienkapelle in Triesen. Das in seiner Kom- position wie im Aufbau ganz ausserordentliche Al- tarwerk ist eine Stiftung des Grafen Franz Wilhelm von Hohenems und seiner Gattin Eleonore Kathari- na, Gräfin von Fürstenberg, aus dem Jahre 1654, ein Werk des Malers Georg Wilhelm Grässner aus Messkirch im Allgäu.-" Aber nicht nur in Altarwer- ken, auch unter den beweglichen Bildern finden sich zahlreiche Kopien nach Lukas Cranach. Eben- falls aus der Marienkapelle in Triesen stammt ein solches Marienbild aus dem Jahre 1664, das einer näheren Betrachtung bedarf. Es zeigt neben den Initialen «M. Z.» das Wappen «Zeller»38 (Inventar- Nr. 14). Wie eine Aufnahme Erwin Poeschels zeigt, hing es um 1950 noch an der rechten Chorseite der Marienkapelle in Triesen. Das 77,5 x 58 cm grosse Leinwandbild zeigt im Zentrum Maria mit dem Jesuskind - dem Vorbild Lukas Cranachs folgend - in einem Kranz von 24 Rosenblüten, in den oberen Bildecken die Jahrzahl 1664, links unten das Wappen und rechts unten in grosser Schrift die Initialen «M. Z.». Wappen und Initialen könnten auf den 1610 geborenen Inns- brucker Maler Maximilian Zeller hindeuten.39 In der Sakristei der Duxkapelle von Schaan hing bis zur Renovation in den 1990er Jahren ebenfalls ein Maria-Hilf-Bild (Inventar-Nr. 26), das auf das Innsbrucker Vorbild Bezug nimmt. Es befindet sich heute in den Sammlungen des Liechtensteinischen Landesmuseums. Drei Bildwerke, das oben erwähnte Ex Voto aus Balzers von 1825 (Inventar-Nr. 13), ein Marienbild aus der Marienkapelle in Triesen von 1682 (Inven- tar-Nr. 15) sowie ein Marienbild von 1684 (Inven- tar-Nr. 16) aus den Sammlungen des Landesmu- seums - alle drei nehmen Bezug auf die Inns- brucker Cranach-Madonna - stehen in einem inter- essanten Zusammenhang, auf den hier näher ein- gegangen werden soll. Ein 67 x 55 cm grosses Leinwandbild zeigt auf bräunlichem Hintergrund in qualitätvoller Malerei Maria, in ein blaues Gewand gekleidet und mit ro- tem Mantel und feinem Schleier umhüllt, in den Ar-men 
das nackte Jesuskind haltend, getreu dem Cranach-Vorbild folgend. Auf einem zirka fünf cm breiten hellen Bildstreifen am unteren Bildrand fin- det sich die zweizeilige Inschrift: «Mit Deiner Flilff sihe Uns an, Hunger und Pest Wende hein dan, Vorm feindt beschütze Unss for dan In Todts noth nimbt dich Unsser an. 1682». Ein Bild also, das dem nahen Umfeld der eigentlichen Ex Votos oder Votivbilder zugeordnet werden kann. Im Altbestand der Sammlungen des Liechten- steinischen Landesmuseums mit leider unbekann- ter Herkunft befindet sich ein ebensolches Bild aus dem Jahre 1684. Unwesentlich grösser im Format als ersteres - es misst 66,5 x 61 cm - ebenfalls auf Leinwand gemalt und von einem eigentümlichen Rahmen gefasst. Ein oben abschliessender marmo- rierter Zahnfries mit vorspringender profilierter zehn Zentimeter starker Abdeckleiste lässt darauf schliessen, dass das Bild aus einer Kapellennische oder einem Bildstöckchen stammen könnte. Die In- schrift, ebenfalls auf einem Bildstreifen am unteren Bildrand angebracht, unterscheidet sich nur ge- ringfügig von jener von 1682. Sie lautet wie folgt: «Mit Deiner hilff sihe Uns an, Hunger und Pest wende hindan, Vorm feindt Beschütze uns fordan, zu Todes Noth nimb dich unser an. 1684». Wie eine Aufnahme von 1983 zeigt, wurde die Bild- zeile von anderer Hand ergänzt. Es wurde hinzuge- fügt: «R. A. 1856» (das heisst «Renovatum Anno 1856»). 1983 wurde das Bild restauriert. Dabei wurde festgestellt, dass es sich 1856 nicht um eine Bildrestaurierung gehandelt hatte, sondern dass das ursprüngliche Bild in naiver Malerei - zwar wieder nach demselben Cranach-Motiv - neu über- malt wurde. Hier nun zeigt sich die eklatante Nähe zur Malerei des Balzner Ex Voto-Bildes von 1825, das entweder als direktes Vorbild gedient hatte oder aber es besteht die Wahrscheinlichkeit, dass diese beiden Bilder von ein und demselben Maler stammen müssen. Anlässlich der Restaurierung von 1983 wurde das darunterliegende ursprüngli- che Bild von ganz anderer Qualität - es handelt sich um das Bild von 1684 - wieder freigelegt; die- ses steht nun wiederum in unmittelbarer Nähe zu 306
        

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