VOTIVBILDER AUS LIECHTENSTEIN NORBERT W. HASLER Feld neben der Darstellung des Unglücksortes fin- det sich die Inschrift: «H. Maria Hilff unss in Aller Noth. EX VOTO ANO. 1825». Die Mariendarstel- lung dieses Votivbildes muss in einem direkten Zu- sammenhang mit einem Andachtsbild stehen, das sich in den Sammlungen des Landesmuseums be- findet. Auf diesen Sachverhalt wird an anderer Stelle näher eingegangen. BILDWERKE IM UMFELD DER VOTIVTAFELN Zahlreiche Andachtsbilder bewegen sich im Um- feld der Ex Votos. Da aber verschiedene typische Elemente fehlen, gelten sie nicht im eigentlichen Sinne als Votivbilder. Zu diesen zählen verschiede- ne Mariendarstellungen - wie jene des eben er- wähnten Votivbildes von 1825 -, die alle auf das grosse Vorbild33 des Lukas Cranach (1472-1553)34 aus dem frühen 16. Jahrhundert zurückgehen, das in der Barockzeit und bis ins 19. Jahrhundert als eigentliche Marien-Ikone eine ungeahnte Verbrei- tung gefunden hat. Das Original wurde im 17. Jahr- hundert von Passau nach Innsbruck überführt und befindet sich seit 1650 in der dortigen Domkirche St. Jakob. «Die 1683 gegründete Münchener Ma-ria-Hilf-Bruderschaft, 
wie auch die von Innsbruck, haben ohne Zweifel in hohem Masse dazu beigetra- gen, dass sich dieses Maria-Hilf-Bild so tief in die Volksvorstellung eingeprägt hat. Zahllose Votivta- feln, Hinterglasbilder und Andachtsbilder, die in ihrem flächenhaften, reduzierten Stil das Original nachzuzeichnen versuchten, haben gerade durch diese Mittel dem Bilde wieder einen stärkeren iko- nenhaften Charakter verliehen».35 Eine der unzäh- ligen Kopien dieses Bildes findet sich als Altarblatt im Hochaltar der Mariahilf-Kapelle in Balzers, ent- standen um 1720. «Es war-wie ältere Bildgrenzen zeigen - bereits einem früheren Hochaltar einge- fügt und wurde durch Vergrösserung dem jetzigen 32) Emanuel Vogt: Mior z Balzers. Lebensart. Band III, Vaduz. 1998. S. 235 und Anra. 45, S. 497-498. 33) Vgl. Herbert Haag, Joe H. Kirchberger, Dorothee Solle und Caroline iL Ebertshausen Maria. Kunst, Brauchtum und Religion in Bild und Text, Freiburg, Basel, Wien, 1997. S. 217. 34) Dieter Koepplin. Tilman Falk: Lukas Cranach. Gemälde, Zeich- nungen, Druckgraphik. 2 Bände. 2. Auflage. Basel, 1974 und 1976. 35) Torsten Gebhard: Die marianischen Gnadenbilder in Bayern. Beobachtungen zur Chronologie und Typologie. In: Kultur und Volk. Beiträge zur Volkskunde aus Österreich, Bayern und der Schweiz. Festschrift für Gustav Gugitz. Hg. von Leopold Schmidt. Wien, 1954, S. 106. Der Hochaltar im Dom von Innsbruck ist geschmückt mit einem Bild von Lukas Cranach, welches Maria mit dem Jesuskind zeigt. Das aus dem frühen 16. Jahrhundert stammende Gemälde war Vorbild für zahlreiche spätere Mutter- gottes-Darstellungen. 305
        

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