Kurz darauf lagerte sich wieder ein Corps von 700 Mann auf Dux beim Kirchlein ob Schaan mit vieler- lei Bagage, Ross und Wagen und etlichen Kanonen. Wieder ein Corps zog in die Dörfer Schaan und Va- duz. Täglich musste die armen Untertanen Bagage hierher führen oder fort führen. ... ».2S An diese Not- und Schreckenszeit, in der unsere Vorfahren Schutz bei Maria zum Trost auf Dux suchten, erinnert dieses Votivbild, 1796 von Ma- thias Jehly aus Bludenz gemalt. Es zeigt das Zeltla- ger, das vom österreichischen Regiment Breis am 16. Juni 1796 bei der Kapelle von Dux aufgeschla- gen wurde, als man einen Einfall der Franzosen von Graubünden her befürchtete. Gestiftet wurde das Bild von der Gemeinde Schaan nach Abzug der österreichischen Truppen. Gleichzeitig ist dieses Votivbild die älteste Dar- stellung der Duxkapelle mit dem erst 1789 errich- teten Turm, hier auch noch mit dem alten hölzer- nen Vorzeichen, das 1829 durch die heutige Vor- halle ersetzt wurde. EX VOTOS AUS BENDERN Einige bemerkenswerte Votivbilder haben sich auch aus Bendern29 erhalten, unter anderem nur dank der Umsichtigkeit des Mesmers Alexander Kind, der sie vor unsachgemässer «Entsorgung» vor einigen Jahren aus dem Bauschutt rettete. Die Originalbilder befinden sich heute im Liechtenstei- nischen Landesmuseum. Eines dieser Benderer Ex Votos (Inventar-Nr. 7), 32,5 x 20 cm gross, Öl auf Holz gemalt mit aufgesetztem Rahmen, zeigt Maria mit Kind im Wolkenkranz, zu ihren Füssen der kniende Stifter. Die Inschrift weist auf eine wunder- same Errettung des Stifters hin: «Ich Johanes bati- sta büchl Johanes Sohn, bekchene, des ich durch die Mutter gottes zu benderen mittelst einem gro- sen mirackhl aus äugen scheinlicher lebens gefahr bin Erlediget warden. Den 20. Jener, anno 1761», und von anderer Hand: «geschehen zu Chur im Hof». Ein weiteres Ex Voto (Inventar-Nr. 8), auffallend durch seine Bildgrösse, es misst 182,5 x 146 cm, 
auf Leinwand gemalt, befindet sich heute im Kapi- telsaal des Pfarrhauses in Bendern. Es zeigt Maria, die Himmelskönigin, mit dem Jesusknaben auf der Mondsichel stehend, von Wolken umhüllt und von Engeln begleitet, Zepter und Lilienzweig in den Händen haltend, zu Füssen zwei schwebende Put- tenköpfchen. In goldener Schrift heisst es am obe- ren Bildrand: «EX VOTO 1776». Ob es sich bei ei- nem vergleichbaren Gemälde, angeblich aus St. Pe- ter in Schaan stammend (Inventar-Nr. 19) - es misst 90,5 x 73 cm -, ebenfalls um ein EX VOTO, um eine Altartafel oder schlicht um ein Andachtsbild han- delt, ist ungewiss. Ungewöhnlich für eine Altartafel sind jedoch die markanten Jahrzahlen 1790 und 1702 in den oberen Bildfeldern. Der Hinweis Ex Voto fehlt. Dargestellt sind die Himmelskönigin Ma- ria mit Kind als Mondsichelmadonna, begleitet von der heiligen Magdalena mit dem Salbgefäss in den Händen und dem heiligen Georg, den besiegten Drachen zu Füssen. Ein anderes Votivbild (Inventar-Nr. 10) aus Ben- dern zeigt in naiver, ländlicher Malerei Maria mit dem Kind auf grünem Felde stehend zwischen Bäu- men und Sträuchern und einer weidenden Kuh, seitlich von Wolken umrahmt, mit der Inschrift «1802 EX FOTO», ebenfalls auf Holz gemalt, mit aufgesetztem, blau-weiss marmoriertem Rahmen. EX VOTO VON 1802 AUS DER ST. GEORGS- KAPELLE IN SCHELLENBERG «Anno 1802. Regiertt ein bösse sücht vnder Ross. vnd fich: so hat ein Ehrsamme gemeindt shellen- berg: Gott / vnd Maria die Mutter gottes vnd s: Ge- org vnd s: Marti vnd s: Sebastian vnd s: Andony vnd s: Wendelin vnd s: / Loy zum höchstem Lob= vnd Ehr die daflen versprochen vnd machen las- sen, vnd derzu, Alle son vnd feirdag Nach / dem Rossen Kratz. Fünf vatter vnser bethen zum Höch- stem Danckh das Gott durch die Fuhrbitt diesen Heiligen Weitter behütten wolle Amen.» So lautet die vierzeilige Inschrift am unteren Bildrand (In- ventar-Nr. 11). 1802, in Zeiten von Not und gros- sem Elend nimmt die Gemeinde Schellenberg Zu- 302
        

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