für religiöses Brauchtum und Wallfahrtswesen, son- dern ebenso für Volksmedizin und Kostümkunde, für Religionspsychologie und für die Kenntnis der Ausstrahlung religiöser Zentren sowie für die Bau- geschichte erkannt.19 1997 fand eine eindrückliche Ausstellung unter dem Titel «Errette mich, oh Herr, von allem Übel! Votivbilder aus der Wallfahrtskir- che Heiligkreuz, aus dem Kloster Notkersegg und der Kapelle Freienbach Kobelwald» im Histori- schen Museum St. Gallen statt.20 Auf einige der im nachfolgenden Inventar aufge- führten Ex Voto-Tafeln aus liechtensteinischen Ka- pellen sowie auf einzelne Bildwerke aus dem Um- feld der Votivbilder soll nachstehend näher einge- gangen werden. DIE ÄLTESTEN EX VOTO-BILDER AUS LIECHTENSTEIN Ein auf das Jahre 1657 datiertes Votivbild (Inven- tar-Nr. 1) befindet sich heute in Privatbesitz in Rug- gell. Es dürfte ursprünglich wohl aus der Duxkapel- le in Schaan stammen. Das 53,5 x 36,5 cm grosse Leinwandbild zeigt Maria und den heiligen Antoni- us von Padua mit dem Jesuskind in den Armen, von Wolken umhüllt. Am linken unteren Bildrand ist eine Dorflandschaft mit Bergkulisse im Hinter- grund erkennbar. Die Inschrift am unteren Bild- rand lautet: «Gott dem Almechtigen, und Maria der Himelkönigin, wie auch dem Hailigen Antonio von PADOA, zu Ehren und danckbarkeit lies M: Roni Tschetter von Schan diss bild machen wegen un- derschidlichen Zuständen und Kranckeiten. 1657». Für das 18. Jahrhundert ist ein Hieronymus (Roni) Tschetter aus Schaan als Landammann der Graf- schaft Vaduz (1713-1727) nachgewiesen. Die Jahr- zahl 1657, die von anderer Hand stammen könnte, darf auch auf Grund der Malweise, die viel mehr in die Mitte des 18. Jahrhunderts deutet, in Frage ge- stellt werden. In die letzten Jahre des 17. Jahrhunderts gehen zwei Andachtsbilder zurück, die sich in der Heilig- kreuz-Kapelle auf Rofenberg in Eschen befinden. Ein in Öl auf Leinwand gemaltes Ecce Homo Bild 
(Inventar-Nr. 17), zirka 75 x 62 cm messend, mit der Aufschrift: «Ach was Leide ich. Um deinet wil- len stirbe ich», trägt die Jahrzahl 1697. Eine zwei- te Tafel (Inventar-Nr. 18), Öl auf Holz gemalt, zeigt eine Pietä und weist das Datum 1698 auf. Somit reicht sie ebenfalls zurück auf das Ende der Hohen- emsischen Herrschaft, eine der entbehrungsreich- sten Zeiten in der Geschichte unserer Landschaft. Die Inschrift besagt: «0 Ihr alle die da für über- gehnd, secht ob auch ein Schmertz sey wie mein Schmertz ist: Gott und Maria zu Höchster Lob und ehr, hat der wohl vorgeachte Her Lantshaupt man und alter Landtamen, Andreas Büchell: dass bild hier machen lassen: Anno 1698».21 Zu den frühesten Andachtsbildern der Kapelle auf Dux zählt die Tafel (Inventar-Nr. 20) mit der Jahrzahl 1707, gestiftet von «Catharina Haslerin». Die Inschrift lautet: «Heillige Maria u. Heilliger Se- bastijanuss, Heilige Cattarine; bidten für uns; Cat- tarina, Haslerin. ihres alters: 24 Jahr: 1707». Das 63,5 x 45 cm grosse Leinwandbild zeigt das Gna- denbild von Dux im Wolken- und Strahlenkranz mit den Heiligen Sebastian und Catharina in vegetati- onsreicher Landschaft mit Blick auf eine Gebäude- gruppe im Hintergrund. Rechts von der hl. Kathari- na ist die kniende und betende Stifterin, den Ro- senkranz in den Händen haltend, dargestellt. VOTIVTAFEL DES LANDAMMANNS JOHANN CHRISTOPH WALSER AUS SCHAAN, 1718 Das Votivbild (Inventar-Nr. 2) zeigt oben in der Mit- te in einem Wolkenkranz die Himmelskönigin Ma- ria zum Trost von Dux/Schaan, mit Krone und Zep- ter, in rotem Gewand mit blauem Mantel. Sie wird links begleitet vom Apostel Johannes mit einem Kelch in der Linken, rechts vom hl. Christophorus mit dem Baumstamm in der Rechten und dem Je- susknaben auf der linken Schulter. Wie die Mutter- gottes sind auch die Heiligen - beide Schutz- und Namenspatrone des Stifters - durch ein Wolken- band von der irdischen Welt abgehoben. 298
        

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