LIECHTENSTEINISCHES LANDESMUSEUM 2001 Blick nach Westen durch die Loggia des Erweite- rungsbaus friedigende Konstellation zwischen Hangsituation und Altbauten durch die Neubaumassnahmen zu klären und stärker herauszuarbeiten. Die geologischen Verhältnisse und das grosse Gefälle des Hangs machen ein direktes Aufeinan- dertreffen zwischen den abrutschenden und in der Folge auch schon rein optisch bedrohlichen Erd- massen des Hangschutts und den sich im Hangbe- reich befindlichen Gebäuden unweigerlich zum Problem. Im rückwärtigen Bereich von Landesmu- seum und Verweserhaus haben Stützmauern die Baukörper praktisch freigestellt, wodurch diese ihre Einbindung in den Hang verloren haben und ihrer prinzipiellen Positionierung weitgehend ent- fremdet wurden. Faktisch stellen diese Stützmau- ern wohl einen Schutz für die Gebäude dar, sie scheinen diese aber gleichzeitig auch zu bedrohen. Der Neubauteil des Projektes begreift sich als «Bauen im Berg» und artikuliert sich nach aussen durch seine Zugehörigkeit zum System der parallel zum Hang laufenden Stützmauern, wobei der Spa- gat angestrebt wird zwischen dem faktischen und 
dem psychologischen Schutzangebot für die alten Häuser und deren unmittelbarer Einbindung in die Topographie des Hanges. Einerseits scheinen die am Hangfuss stehenden Gebäude und die sich wei- ter oben befindlichen Stützmauern präzise aufein- ander bezogen, andererseits fehlt der Projektkon- stellation aber doch alles offenkundig Absichtsvol- le. Die Zugehörigkeit der einzelnen Projektteile zu vollkommen unterschiedlichen architektonischen Zeiten und Welten gibt den Anschein des auf selbst- verständliche Weise Gewordenen, des vermeintlich ohne entwurfliche Strategie enstandenen Authenti- schen. Es ist die Absicht des Projektes, dass sich durch diese Art eines sowohl rücksichtsvollen als auch distanzierten Nebeneinanders die Alt- und die Neubauten wechselseitig in ihrem poetischen Po- tential bestärken. 283
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.