HISTORISCHER VEREIN FÜR DAS FÜRSTENTUM LIECHTENSTEIN 2001 Liechtensteinisches Urkundenbuch TÄTIGKEITSBERICHT 2001 ALLGEMEINES Im Rahmen des für die Fortsetzung des Liechten- steinischen Urkundenbuches gesprochenen Ver- pflichtungskredites konnten die Arbeiten an die- sem für die Erforschung der mittelalterlichen Lan- desgeschichte grundlegenden Quellenwerk mit ei- nem 50-Prozent betragenden Pensum fortgeführt werden. Mit dem ersten Band des zweiten Teils des Liechtensteinischen Urkundenbuches (LUB II/l) steht nun die Bearbeitung und Edition des vorhan- denen Quellenbestandes zur Herrschaftszeit der Herren von Brandis (1417-1510) an. Nachdem die Sammlung der schriftlichen Zeugnisse dieses knap- pen Jahrhunderts brandisischer Machtausübung in der Grafschaft Vaduz und in den Herrschaften Schellenberg, Blumenegg und Maienfeld (ab 1437) weit vorangetrieben werden konnte, schien es zweckmässig und ratsam, sich auf die Transkripti- ons- und Editionsarbeiten der in den liechtensteini- schen Archiven liegenden Urkunden zu konzentrie- ren. Dies auch im Hinblick darauf, die übernomme- ne Verpflichtung der Edition der in den in- und ausländischen Archiven ursprünglich geschätzten Anzahl von zirka 250 Urkunden zu erfüllen. ARBEITSSTAND Aufgrund der erwähnten Prioritätensetzung' erhöh- ten sich die in der Quellen-Datenbank verzeichne- ten Schriftzeugnisse zur Herrschaftszeit der Herren von Brandis nur mehr leicht auf 1069 Datensätze. Die aus diesem gesammelten Datenmaterial aufbe- reitete Regestensammlung wurde ergänzt und kann Interessierten nun auch auf dem Internet über die Homepage des Liechtensteinischen Lan- desarchivs http://www.landesarchiv.li zur Verfü- gung gestellt werden. Der weitaus grösste Teil der Arbeitszeit im ver- gangenen Jahr wurde zur Bearbeitung des liech- tensteinischen Urkundenmaterials aufgewendet. So konnten die Transkriptionsarbeiten für rund 150 Urkunden weitestgehend beendet werden. Die damit verbundenen Editionsarbeiten (diplomati-scher 
Apparat, Sachanmerkungsapparat, Register) wurden teilweise ebenfalls in Angriff genommen, können jedoch aus arbeitstechnischen Gründen erst später abgeschlossen werden. Die Arbeiten am LUB II/l gehen somit - soweit überblickbar - planmässig voran. Es ist allerdings an die im Jahresbericht 2000 gemachten grund- sätzlichen Überlegungen zu erinnern, wonach eine exakte Terminplanung bei der Erarbeitung eines Urkundenbuches auf erhebliche Schwierigkeiten stösst. Insbesondere im Fall des LUB II, wo der schliesslich zu edierende Quellenbestand erst nach Abschluss der Quellensammlung endgültig festste- hen wird. SONSTIGE TÄTIGKEITEN Eine 50-Prozent betragende Arbeitsstelle verlangt notgedrungen einen haushälterischen Umgang mit der zur Verfügung stehenden Arbeitszeit. So konn- ten die Pläne zur gewünschten Öffentlichkeitsarbeit leider noch nicht realisiert werden, sollten aber im kommenden Jahr hoffentlich zur Ausführung ge- langen. Auf Betreiben des stellvertretenden Landesar- chivars lic. phil. Paul Vogt wurde die Regestsamm- lung des LUB II/l «Internet tauglich» aufbereitet und kann nun über die oberwähnte Internetadres- se eingesehen werden. Im Rahmen seiner Urkundenbuchtätigkeit durfte der Bearbeiter schliesslich manche Arbeiten mit Quellen- und Literaturhinweisen unterstützen. Im Hinblick auf eine anzustrebende Neuregelung der Trägerschaft des LUB, insbesondere hinsicht- lich einer längerfristigen finanziellen Sicherung des LUB, wurde vom Historischen Verein für das Für- stentum Liechtenstein im Berichtsjahr ein ausführ- lich begründeter Antrag zur Angliederung des LUB an das Liechtensteinische Landesarchiv an die Re- gierung gestellt. Obwohl der Antrag von der Regie- rung mit «Interesse zur Kenntnis genommen und geprüft» wurde, konnte das Begehren vorerst nicht berücksichtigt werden. Die dem LUB versicherte 251
        

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