Beiträge zur liechtensteinischen Identität JÜRGEN SCHREMSER Norbert Jansen (HrsgJ: Beiträge zur liechtensteini- schen Identität. 50 Jahre Liechtensteinische Akade- mische Gesellschaft. Verlag der Liechtensteini- schen Akademischen Gesellschaft, Vaduz, 2001. (Liechtenstein. Politische Schriften Band 34.) 171 Seiten, CHF 65.-. ISBN 3-7211-1051-X 
LIECHTENSTEIN POLITISCHE SCHRIFTEN Beiträge zur liechtensteinischen Identität 
FRAGWÜRDIGE «LIECHTENSTEINISCHE IDENTITÄT» Die Gründer der Liechtensteinischen Akademi- schen Gesellschaft (LAG) - so lesen wir im Vorwort des vorliegenden Bandes der Politischen Schriften - hatten sich im Liechtenstein des Jahres 1951 «das Studium kultureller, staatspolitischer, sozialer, philosophischer und religiöser Fragen», aber auch die «Pflege des liechtensteinischen Volkstums» zum Ziel gesetzt. Damals ein vielleicht enthusiastisches Vorhaben, wäre die thematische Aufreihung der genannten Fragen heute höchst erklärungsbedürf- tig, jedenfalls aber der Pflegling «Volkstum». Die Gründer der LAG waren sich des positiven Be- stands einer «liechtensteinischen Identität» eben noch sicherer als es die Mehrzahl der Autoren und Autorinnen in dem zur Rede stehenden Jubiläums- band sind. Dieser ist anlässlich des 50-jährigen Be- stehens der Vereinigung in deren Eigenverlag er- schienen. Die zwei Jubiläumsdaten der LAG - 1951 und 2001 - bezeichnen einen Zeitraum, in dem sich nicht nur die materielle und ökonomische Lage des Landes Liechtenstein expansiv verändert hat. Verändert hat sich - und dies rückt in den letzten Jahren konfliktträchtig ins allgemeine Be- wusstsein - auch die Möglichkeit, für den «fett» ge- wordenen Kleinstaat am Alpenrhein noch eine symbolische, mentale und politische (Ver-)Fassung zu finden, in der so etwas wie eine Zusammen- gehörigkeit, ein Verbindendes der Landesbewoh- nerschaft plausibel würde. VERLORENE SELBSTVERSTÄNDLICHKEIT Vieles im Band ist ein Abschiednehmen von jenen Identifikationsträgern, welche für die Kriegs- und Nachkriegsgenerationen der Liechtensteinerinnen ein hinlängliches Wir-Bewusstsein umschreiben mochten: das Ineinander von Staatskatholizismus, Fürstenhaus, Dialekt(en) und ländlich-katholi- schem Brauchtum. Ironischerweise setzt ein Titel wie «Beiträge zur liechtensteinischen Identität» noch immer ein Etwas als gegeben voraus, welches 224
        

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