freier Demokraten» sowie «Internationaler Befrei- ungsbund»; die sich länger haltenden «Jungbau- ern» als Teil der schweizerischen «Bauernheimat- bewegung»; der den Krieg überdauernde «Landes- ring der Unabhängigen»; schliesslich als Frontis- tenpartei die «Nationale Front». Nur die Jungbauern, die Demokraten und der Landesring rangen bei Wahlen im Bezirk den Alt- parteien zum Teil beträchtliche Stimmenanteile ab. Parteiübergreifend verstand sich schliesslich die «Richtlinienbewegung für den wirtschaftlichen Wiederaufbau und die Sicherung der Demokratie», welche 1936 bis 1939 gesamtschweizerisch und kurzzeitig auch im Werdenbergischen aktiv war, unter anderem mit einer grossen Kundgebung im Juni 1937 auf dem «Schneggen» bei Buchs, welche 2000 oder mehr Personen anzog. Die Richtlinien- bewegung fand bei Sozialdemokraten und links- bürgerlichen Kreisen Anklang. Ganz nationalsozialistisch ausgerichtet war die erwähnte «Nationale Front». Programmatische 
Be- Sonntag den 15. Mai 1938, nachmittags 2.30 Uhr im Hotel „Bahnhof", Buchs Referat von Herrn Regierungsrat Dr. Koäelf, 81. Gallen über das Thema: „Landesverteidigung und aktuelle Wirtschatts!ragen". Jedermann ist zu diesem zeitgemiissen Vortrag- freundlich eingeladen. Die freisinnig-demokratische Partei Werdenberg. Die iung-liberaie Bewegung. 2866 Ankündigung eines Vor- trags von Regierungsrat Karl Kobelt, 1938 
rührungspunkte mit den Fronten und Sympathien für einzelne NS-Postulate fanden sich in den frühen 1930er Jahren bei verschiedenen Parteien, am häufigsten bei den Jungbauern, aber selbst dort nicht systematisch, sondern bei einzelnen Anhän- gern. Hagmann überprüft Äusserungen und Wer- tungen über NS-Nähe oder -Distanz der einzelnen Parteien sorgfältig auf der Basis der Quellen. Dabei zeigt sich, dass manche pauschal publizierte und kolportierte Aussage der Differenzierung bedurfte und dass der Historiker auch Widersprüche gele- gentlich nebeneinander stehen lassen muss. Wenn Hagmann schliesslich die Kommunisten und die Frontisten unter der Kategorie «Politische Randgruppen» führt, so tut er dies, weil sie im Be- zirk Werdenberg tatsächlich fast nicht Fuss gefasst haben, was besonders bezüglich der Frontisten, welche im Grenzgebiet leicht faschistische und na- tionalsozialistische Einflüsse aufnehmen konnten, erstaunt. Die Kommunistische Partei der Schweiz (KPS, 1940 verboten, 1944 als Partei der Arbeit, PdA, wieder gegründet) fand im Werdenbergischen nur wenige Anhänger, etwa aus dem notleidenden Lohnstickermilieu und unter Bahnarbeitern, und vereinzelte Aktivisten, so den Grabser Burkhard Gantenbein, der 1934 im Rahmen einer internatio- nalen Kommunistendelegation einige Wochen in Moskau weilte. Kurzzeitig bestand eine von Gan- tenbein geleitete «Sektion Buchs-Grabs» der Kom- munistischen Partei. Die Sektion löste sich indes 1935 auf, man wolle, wie Gantenbein resümierte, nicht «Hampelmänner der Moskauer Drahtzieher» sein. Und flugs wechselte Gantenbein 1935 zu den Frontisten. FRONTISMUS IM REZIRK Den Befund, dass die Frontisten im Werdenbergi- schen wenig Zulauf erhielten, führt Hagmann vor allem darauf zurück, dass gerade die oben erwähn- ten neuen Parteien und Bewegungen - so die Frei- wirtschafter, die Bauern- und Mittelstandspartei oder die Jungbauern, aber auch der Landesring - viel Protestpotential aufsogen, indem sie zahlreiche 210
        

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