1973 im Auftrag des LED damit befasst, eine Quell- wasseranlage sowie Wasserleitungen zu erstellen. Ausserdem leitete er einen Druckereibetrieb auf der Missionsstation Ganda. Seinen Bericht schliesst Hans Peter Gassner mit dem Fazit: «Gelernt hatte ich unter anderem, dass stures Festhalten an eu- ropäischen Vorstellungen in anderen Weltgegenden nicht viel nützt» (S. 283). Ebenso lieferte Linus Batliner aus Mauren einen eigenen Bericht über sein Wirken in Angola. Durch Vermittlung von Bruder Marzellin Tschugmell konnte Linus Batliner von 1995 bis 1998 im ango- lanischen Cubal als Baumeister tätig sein. Er er- hielt die Aufgabe zugeteilt, ein grosses Spitalzen- trum zu errichten, welches termingerecht im De- zember 1997 eingeweiht werden konnte und seit- her von Ordensschwestern geführt wird. RÜCKBLICK AUF DAS GELEISTETE Pater Higino Baptista Cumandala würdigt die von den Salettinern geleistete Aufbauarbeit aus angola- nischer Sicht. Er erläutert dabei den Wandel des Missionsbegriffs im Laufe der Zeit und lobt die Bemühungen der Salettiner, eine Verbindung zwi- schen dem Christentum und den angolanischen Traditionen schaffen zu wollen (vgl. S. 291-302). Seine Ausführungen werden ergänzt durch den Beitrag von Pater Lucas Segunda, ebenfalls eine angolanische Stimme. Pater Lucas unterstreicht die grossen Verdienste der Kirche in den Bereichen Bildung und Caritas, und auch er plädiert für die sogenannte «Inkulturation», für die Entwicklung eines afrikanischen Christentums (S. 303-314). Das Buch schliesst mit einer «Momentaufnah- me» von Thomas Spielbüchler über die Situation in Angola im August 2000 sowie mit einem Bericht der Angola-Portugiesin Maria Elisa Fernandes da Silva, die mit ihrer Familie - ebenso wie zahlreiche andere Portugiesen in Angola - das bürgerkriegs- geschüttelte Land im Jahr 1975 verliess und heute in Liechtenstein lebt. 
HOFFNUNG FÜR ANGOLA? Lassen wir am Schluss nochmals Thomas Spiel- büchler zu Wort kommen, der eigens für dieses Buch eine Reise nach Angola unternommen hatte und über dieses faszinierende, aber kriegszerstörte Land mit wenig Hoffnungen unter anderem folgen- des berichtet: «Positiv fällt neben der Landschaft auch das La- chen der Kinder in den Provinzstädten auf. Sobald man sich jedoch umsieht, wird klar, dass man sich in einem Flüchtlingslager der UNO befindet, wo nur jene lachen, die noch zu jung sind, um den Ernst der Lage zu erkennen. Etwa 1,5 Millionen Binnenflüchtlinge produzierte der Krieg in Angola. Sie werden von den Kämpfen, Überfällen und der Unsicherheit in die Städte getrieben. Hier sind die Leute zu 100 Pozent von internationaler Hilfe ab- hängig. Ganze 1800 Kilokalorien zusammengesetzt aus Mais, Bohnen, Speiseöl und Salz ergibt die täg- liche Ration pro Person, die vom Welternährungs- programm, verteilt wird.» (S. 318 f.). Thomas Spielbüchler schildert auch Beobachtun- gen aus Angolas Hauptstadt, womit ich meine Be- sprechung dieses inhaltlich sehr reichen, mit aus- sagestarken Fotos illustrierten Buches abschliessen möchte: «Der Pessimismus der Bettler, Schuhput- zer und Kriegskrüppel in Luandas Strassen scheint ... berechtigt zu sein. Was bleibt ist die Hoffnung auf Solidarität von aussen. In den Industriestaaten können wir uns einer gewissen Verantwortung hier unmöglich entziehen» (S. 320). Dass auch beherzte Menschen aus Liechtenstein diese Verantwortung wahrgenommen haben und aktiv vor Ort Hilfe lei- steten und leisten, belegt dieses Buch eindrücklich. 204
        

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