DIE LIECHTENSTEINISCHE MIGRATIONSPOLITIK CLAUDIA HEEB-FLECK / VERONIKA MARXER-GSELL Neben der Einführung der «besonderen Mass- nahmen» wurden 1980 auch Korrekturen am Sys- tem selbst vorgenommen. Das bis anhin privile- giert zugelassene ausländische Personal für Schu- len, Spitäler, landwirtschaftliche Betriebe etc. wur- de nun ebenfalls den Begrenzungsmassnahmen unterstellt, das heisst in die Höchstzahlen mitein- bezogen. Damit wurde die letzte Lücke des Systems geschlossen. DIE EINDÄMMUNG DER ZUWANDERUNG AUS DER SCHWEIZ Die grösste zulassungspolitische Herausforderung war in den 1970er Jahren jedoch eindeutig die un- kontrollierbare Zuwanderung aus der Schweiz. Dass man an diesem Punkt anzusetzen habe, woll- te man die «Drittelsgrenze» weiterhin aufrechter- halten, war bei allen migrationspolitischen Akteu- ren unbestritten. Nach mehreren Anläufen einigte man sich schliesslich mit den schweizerischen Behörden auf eine teilweise Aufhebung der seit 1941 bestehenden Freizügigkeit. Dieser Schritt er- möglichte es Liechtenstein ab November 1981, auch die Schweizerinnen dem Begrenzungssystem zu unterstellen. Freien Zugang hatte nur noch ein eingeschränkter Personenkreis, der in erster Linie Studierende, Personal für öffentliche Institutionen wie zum Beispiel das Schul- oder Gesundheitswe- sen sowie Familienangehörige von sich bereits in Liechtenstein aufhaltenden Schweizer Staatsan- gehörigen umfasste. Alle übrigen Aufenthaltsgesu- che fielen nun ebenfalls unter die von der Regie- rung festgesetzten Höchstzahlen. Das einzige Privi- leg, das die Schweizerinnen bei der Zulassung noch genossen, war die Bevorzugung gegenüber Drittauslän d erlnnen. Von jeglichen Beschränkungsmassnahmen aus- genommen waren nach wie vor die schweizeri- schen Grenzgängerinnen. Ihr Anteil an der Auslän- derbeschäftigung stieg nach Aufhebung der Freizü- gigkeit denn auch massiv an. 1990 arbeiteten fast doppelt so viele Grenzgängerinnen aus der Schweiz in Liechtenstein wie 1981. Das Anwachsen der 
Mitglieder des Türkischen Vereins in Liechtenstein, 1994 181
        

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