Begrifflichkeit und Fragestellung Bauarbeiter, 1993 156 
Migrationspolitik wird nach klassischer Manier in zwei Politikbereiche unterteilt: in den Bereich der Zulassungspolitik und in jenen der Integrationspo- litik. Bei der Zulassungspolitik geht es um die Fra- ge, wieviel und welche Ausländerinnen sich für wie lange und mit welchen Rechten ausgestattet im na- tionalen Territorium aufhalten dürfen. Bei der Inte- grationspolitik geht es um Massnahmen zur gesell- schaftlichen Eingliederung der im Lande anwesen- den Ausländerinnen. Diese können sehr unter- schiedlich ausgestaltet sein und reichen von Beratungsangeboten bis zur Erleichterung der Ein- bürgerung. In Liechtenstein wurden bezüglich der Integrati- on der Ausländerinnen im vorgegebenen Zeitraum zwar Anstrengungen unternommen. So stand zum Beispiel die Erleichterung der Einbürgerung für langjährig ansässige Ausländerinnen seit den 50er Jahren immer wieder in Diskussion. Zu konkreten Ergebnissen kam es jedoch nicht. Migrationspolitik heisst im liechtensteinischen Kontext Zulassungs- politik. Sie definiert, unter welchen Bedingungen Ausländerinnen zur Arbeitsaufnahme nach Liech- tenstein einwandern dürfen respektive unter wel- chen Bedingungen sie das Land zu verlassen ha- ben. In engem Bezug zur Arbeitsmigration steht als zweiter Regelungsbereich der Familiennachzug. ARBEITSMARKTLICHE VORAUSSETZUNGEN DER LIECHTENSTEINISCHEN ZULASSUNGS- POLITIK Das wesentlichste Charakeristikum der liechten- steinischen Migrationspolitik ist deren enge Bin- dung an die Bedürfnisse des Arbeitsmarktes. Die Versorgung der liechtensteinischen Wirtschaft mit ausländischen Arbeitskräften war und ist bis heute auf dem Hintergrund eines strukturellen Arbeits- kräftemangels die vorrangige zulassungspolitische Zielsetzung. Liechtenstein standen im vorgegebe- nen Zeitraum diesbezüglich verschiedene Möglich- keiten offen, welche je nach politischer und/oder wirtschaftlicher Situation unterschiedlich genutzt wurden.
        

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