«LANDTS BRAUCH, ODER ERBRECHT» KARIN SCHAMBERGER-ROGL auch gedacht und hernacher unter dem titul der Vor- mundschaft Ordnung weither meidung geschehen würdet. Es sollen auch hievor dise urthl und öffentliche gethaue erkandtnus an nothwendigen orthen publicirt und ausge- rufen werden, auf daß mäniglich dessen Wissens und ein jeder sich mit disen munadten vernichtigen mann zu con- trahiren und zu handien hätten möchte. 4%Dann alles, was über dises mit dem selben munad- ten /-. ohne seinen gesezten curatore expresslich vorwis- sen und bewilligung :/ contrahirt oder in ander weeg, wie das immer beschehen möchte, ihme sein weib, kindern, haab und güthern zum nachtheil gehandlet, das wurde für ein nullität und nichtigkeit geachtet und auch weder kraft noch macht haben solle, vil weniger vor unseren ge- richten etwas daraufgehalten und erkennet werden. Und dan weil die armen unschuldigen weib und kinder bisweilen mit schmerzen und bedauern zusehen müssen, wie üppich und schändlich ihr mann und vater das seinig und ihres verschwendtet und darüber sie aber alle hunger und kummer mit heissen zähern und thränen gegen him- mel schreyen möchten, demnach so wollen wür densel- ben zu gnaden und guten auch ferner dis gesezt und ge- ordnet haben, daß wo der mundate man von der ersten hiroben angezeigten wohnung und übel hausen anzurich- ten 
497von seines weibs zugebrachten oder ererbten ligen- den und fahrenden haab und güthern vil oder wenig un- nutzlich veränderte oder hingegen hätte, daß zu jederzeit des weibs ihre kinder oder selben curatores dieselbigen an einigen entgeltung oder abgang frey widerumb zu for- dern und zu vindiciren macht und gewalt haben, darumb auch unsere ambtleuth, richter und gericht schuldig seyn sollen, ihnen so sie darumben angelangt werden, nach al- ler billigkeit in- und ausserhalb rechtens darzu verhelfen, damit der, so diser haab und güther also wider recht und ungebührlich an sich gebracht, anderen ein verwahrnung und exempl bey sich umbzusehen, was und mit wem ein jeder handien solle. Beyneben ordnen wür auch, daß der mann gehörter massen mandat gemacht, ihme auch sein weib und kin- dern die nothwendig gebührliche Unterhaltung aus ihren haab und gut, nachdem 
49Sdasselbig beschaffen, auch vil und wenig verhanden ist, durch die curatores, gericht und alle jähr darzwischen, so oft man begehrt, darumben Reissig raithung geben werden. Wan auch in gemeinen kaylserlichen] rechten die wei- ber ihrer heurath güther halber vor anderen ihren män- ner glaubwürdigen vilerley privilegia und freyheiten ha- ben und so dan einer ohne seines weibs hülfe zu thun und verursachten in obgehörten schulden-last verderben und abgang kommen wurde, wollen wür dasselbige weib an ihne selbst recht und billig bey solchen Privilegien gelas- sen geschützet und gehandt habt werden. Doch aber ein weib ihrem mann geholfen verschwen- den und schulden machen, es wäre geschehen mit hof-fart, 
füllerey, prassen, zechen, geld aufnehmen oder in ander weeg und solches auf sie kundtlich erwisen wurde, dieselbig soll ihrer freyheiten, wie jezt gehört, vor ande- ren ihres mannes gläubigem mitnichten gemessen, son- dern ihre forderung unter die gemeinen unbestreyten gläubigem gezehlt und ihr 
499also einiger vortheil, weder in- noch ausserhalb rechtens nichts zuerkandt oder ver- stattet werden. Es macht sich auch ein weibs persohn dermassen verthuenisch, üppich, schandlich und leichtfertig halten, wür wurden gegen ihr gleichmässig oder andere strafen, wie oben ihre persohn unseren gefallen und gutachten nach vernehmen, darumb wollen mäniglich darvon ge- wahrnet seyn. Item diejenigen, welche sich ehrlichen zusammen ver- leibt, sollen den hei\[ige?i] ehestandt, warumben derselbig eingesezt, ein gute betrachtung nehmen und nit wider gottes gebot, zucht und alle ehrbarkeit, denselben mit ihren unzüchtigen zusammen schlupfen beschlafen, son- dern bis sich aufsein zeit der christlichen einsatzung rein und zichtig gegen einander verhalten, wie oben unter demjenigen articul von dem leichtfertigen beywohnen und hurerey auch befohlen worden, dan solte änderst be- schehen und sich ein unzichtige Schwängerung oder kindts500geburth befinden, oder in anderweeg, wie jetzt gesezte puncten gehandlet werden, so wollen wür die un- brichigen ungehorsamben mann- und weibs persohn mit gefängnus oder auf andere weis und weeg nit ungestraft lassen. 490) fol. 7Sv. 491) fol. 79r. 492) fol. 79v. 493) fol. 80r. 494) fol. 80v. 495) fol. Str. 496) fol. 81 v. 497) fol. 82r. 498) fol. 82v. 499) fol. 83r. 500) fol. 83v. 109
        

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