Archivierung des Museumsbestandes die jeweili- gen Besitzer sämtliche Leihgaben zurückfordern würden. Der Vorstand beschloss, in einem Schrei- ben die Regierung auf diese Schwierigkeiten auf- merksam zu machen.209 Eine Räumung des Museumsgeschosses konnte nach Ansicht des Vereins nur unter Zwang vorge- nommen werden, und für diesen Fall stellte der Verein ebenfalls Forderungen: 1. Bekanntgabe ei- nes verbindlichen Termins für den Neubau eines Museums; 2. Zurverfügungstellung von geeigneten Lager- und Ausstellungsräumen; 3. Anstellung ei- ner ständigen Kraft für den Ausbau der Sammlun- gen und zur Entlastung des Vereinsvorsitzenden.210 Wegen der Kündigung der Museumsräumlich- keiten hatte der Verein im November 1966 eine Aussprache mit der Regierung.211 Dabei anwesend waren der Vereinsvorstand sowie Regierungschef Gerard Batliner und Regierungsrat Andreas Vogt. Seitens der Regierung wurden Ersatzräumlichkei- ten dem Verein in Aussicht gestellt, und zwar im Im neu errichteten Gebäu- de der Landesbank in Vaduz waren der Histori- sche Verein und seine Sammlungen von 1954 bis 1967 untergebracht. 
Verweserhaus sowie im alten Regierungsgebäude, auch «Batliner-Haus» genannt (vgl. Ausführungen weiter unten): «Diese Bauten könnten durch Um- bau oder Neubau die erforderliche Gestaltung er- halten». Doch wäre das nur mittel- bis längerfristig - in fünf bis zehn Jahren - zu machen. Als Provi- sorium biete sich der «Engländerbau» an. Seitens des Vereinsvorstandes unterstrich Georg Malin, der Gedanke des Museums müsse «stets hochgehalten werden», und deshalb müsse die Forderung an die Regierung gestellt werden, dass diese eine baldige Lösung ermögliche. Die Idee einer Benutzung des alten Regierungsgebäudes erschien dem Vereinsvorstand realisierbar. Er er- suchte deshalb die Regierung, bei der Ausarbei- tung eines Dringlichkeitsprogramms für die öffent- lichen Bauvorhaben einem Museumsneubau den Vorrang zu geben. Der Regierungschef verwies auf die politischen Schwierigkeiten bei der Rangierung und erwähnte bestehende Probleme mit Strassen- und Brücken- bauten, Spitalbau, Neubau des Gymnasiums sowie mit Kongresshaus-, Post- und Telefonzentraleneu- bauten. Er unterstrich, dass die Regierung die Be- deutung des Historischen Vereins anerkenne und deshalb auch bereit sei, in personeller Hinsicht ent- gegenzukommen (Entlastung von Reallehrer Felix Marxer). Georg Malin verwies nochmals auf die kulturelle Bedeutung von Verein und Museum, und ersuchte die Regierung, einen zukünftigen Muse- umsbau so zu planen, dass auch die Gemälde- galerie und weitere verwandte Zweige darin unter- gebracht werden könnten.212 Der Historische Verein musste schliesslich im August 1967 aus den Räumlichkeiten der Landes- bank ausziehen. Das Sammelgut wurde in der alten Volksschule deponiert. Die Gemeinde Vaduz stellte für die Vereinsbibliothek und das Büro einen Raum im neuen Schulhaus zur Verfügung.213 Ein Teil des Sammelgutes konnte schon vorher im Dachge- schoss des «Schädler-Hauses» an der St. Florins- gasse in Vaduz deponiert werden.214 Inzwischen bot Else Fessler-Batliner ihr Anwe- sen - das «Batliner-Haus» - die ehemalige herr- schaftliche Taverne - zum Verkauf an. Dieser An- 60
        

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