zu schützen,42 so wurde 1977 definiert, dass Denk- mäler «bewegliche und unbewegliche Sachen» seien, «die wegen ihrer geschichtlichen, künstle- rischen oder wissenschaftlichen Bedeutung und ihrer Beziehung zu Liechtenstein erhaltenswürdig sind». Als Denkmäler galten dabei insbesondere «einzelne Bauteile, Bauwerke und Baugruppen so- wie deren Zugehör und Ausstattung», «Gebiete und Stätten von geschichtlicher Bedeutung», «Kunst- werke, Gebrauchsgegenstände, Urkunden, Schrif- ten, Drucke, Münzen, Siegel und dergleichen» so- wie «Sammlungen».43 Damit wurde der Begriff des Denkmals nicht nur räumlich erweitert, sondern auch inhaltlich präzisiert. Die Denkmalschutz-Kommission wurde auch nach dem 1977 verabschiedeten neuen Gesetz «nach Anhörung des Historischen Vereins» ge- wählt.44 Stets, also bereits seit 1944, gehörten auch Vereinsmitglieder, oftmals der Vereinsvorsitzende selbst, dieser Kommission an. Anliegen der Denkmalpflege sowie Berichte über den Denkmalschutz finden - besonders seit den 1990er Jahren - auch Eingang im Jahrbuch. Vor- standsmitglied Norbert W. Hasler hatte nämlich 1989 angeregt, alle fünf Jahre im Jahrbuch Be- richte über Denkmalschutzprojekte zu veröffent- lichen.45 Die Anregung wurde aufgegriffen, und im Jahrbuch Band 93 erschien das erste Mal eine so- genannte «Denkmalschutz-Chronik».46 Darin sind Verluste dokumentiert, aber ebenso wurde über neue Unterschutzstellungen berichtet. Weitere sol- che Chroniken, nunmehr für jeweils ein Jahr, folg- ten in den Bänden 94 bis und mit 97. Es ist zu hof- fen, dass die Rubrik «Denkmalschutz-Chronik» in den nun folgenden Jahrbüchern wieder weiterge- führt wird. 
LANDSCHAFTSSCHUTZ UND NATURSCHUTZ In den Bereichen Landschaftsschutz und Natur- schutz gab der Historische Verein gleichfalls immer wieder Impulse. Gemäss den Vereinsstatuten war (und ist) es Aufgabe des Historischen Vereins, um einen «tunlichsten Schutz der Naturdenkmäler des Landes» bemüht zu sein. Demzufolge mahnte der Verein 1929 die Regie- rung an, für eine strengere Durchführung der Vorschriften zum Schutz der Natur und der Alpen- pflanzen besorgt zu sein.47 Die Regierung antworte- te positiv,48 und der Historische Verein wurde 1930 eingeladen, beim Gesetzesentwurf zum Schutz der Natur mitzuwirken. Ebenfalls zur Mitarbeit einge- laden wurden die Sektion Liechtenstein des Deut- schen und Österreichischen Alpenvereins und der Verkehrsverein.49 Vertreter der genannten Vereine trafen sich zu drei Sitzungen, um den Gesetzes- entwurf vorzubereiten und zu diskutieren.50 Sei- tens des Historischen Vereins nahmen Wilhelm Fehr aus Schaanwald als Experte für Fauna sowie Anton Frommelt als Kenner der Flora an diesen Besprechungen teil.51 Gemäss diesem 1933 erlassenen Gesetz erfolgte die Festsetzung einer Schutzwürdigkeit von «Na- turgebilden» durch die Regierung «nach Anhörung einer Kommission». «Die Schutzwürdigkeit kann wegen der Eigenart oder Seltenheit solcher Natur- gebilde, wegen ihrer naturwissenschaftlichen Be- deutung oder wegen des durch sie dem Land- schaftsbilde verliehenen besonderen Gepräges ge- geben sein. Die Feststellung der Schutzwürdigkeit muss unterbleiben, wenn andere wichtige Interes- sen überwiegen».52 Besondere Abschnitte dieses Gesetzes betrafen den Schutz des Landschafts- und Ortsbildes, den Schutz der Pflanzen- und Tierwelt sowie schliesslich die Strafbestimmungen. Auf An- suchen des Historischen Vereins wurde in das Ge- setz auch eine Bestimmung über den Schutz von Höhlen aufgenommen.53 Der Vereinsvorsitzende Josef Ospelt regte 1940 an, die Polizei und Hilfspolizei anzusuchen, für eine wirksame Überwachung der Einhaltung des Naturschutzgesetzes besorgt zu sein.54 An der Jah- 42
        

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