KONZEPT DER KÜNFTIGEN DAUERAUSSTELLUNG DES LIECHTENSTEINISCHEN LANDESMUSEUMS / N. W. HASLER Wenn das Liechtensteinische Landesmuseum im Frühjahr 2003 nach erfolgter Renovation und Er- weiterung im Zentrum von Vaduz neu eröffnet wird, werden elf Jahre vergangen sein, seitdem das Museum 1992 durch baulich bedingte Umstände für die Öffentlichkeit geschlossen und die gesamten Sammlungen evakuiert werden mussten. Unmittelbar nach Abschluss des Architektur- wettbewerbs im Mai 1998 nahm eine breit ange- legte Arbeitsgruppe aus verschiedenen Fachberei- chen in enger Zusammenarbeit mit Professor Dr. Roger Sablonier von der Beratungsstelle für Lan- desgeschichte (B/L/G) Zug die Entwicklung und Ausarbeitung des künftigen Dauerausstellungskon- zeptes in Angriff, eine komplexe Aufgabe, deren Lösung stets mehrere Gesichtspunkte vor Augen hatte, vor allem jene des künftigen Museumsbesu- chers.1 
VORBEMERKUNGEN Was ist und was soll ein Museum in der heutigen Zeit,2 was erwartet der Besucher vom Museum und was erwartet den Besucher im Museum, was sind die Zielsetzungen des künftigen Liechtensteini- schen Landesmuseums im Besonderen, dies sind die Fragen, die es im Vorfeld zu reflektieren gilt. In den 1960er Jahren setzte eine weltweite Dis- kussion über die gesellschaftliche Rolle des Mu- seums und die Professionalität der Museumsarbeit ein.3 Zahlreiche Publikationen und Untersuchun- gen befassen sich seitdem mit museologischen Themen.4 Seit der Mitte der 1990er Jahre widmen sich gezielte Erhebungen auch der Museumssitua- tion in der Schweiz/"' Das Liechtensteinische Landesmuseum steht nicht nur baulich-architektonisch, sondern vor al- lem auch inhaltlich vor einem Neubeginn. Hier stellt sich - wie für jedes historische Museum - die Frage, wie wird die Geschichte inhaltlich darge- stellt, mit welchen Vermittlungsmethoden ge- schieht dies, welche institutionellen Rahmenbedin- gungen für die Vermittlung können geschaffen wer- den. Alle Museen, und historische Museen im Be- sonderen, sind individuelle Lösungen für gemein- sam gültige und formulierte Aufgaben, wobei jedes Museum mit unterschiedlichen Sachzwängen, fi- nanziellen und personellen Resourcen, Bestand und Aufbau der jeweiligen Sammlungen, der gege- benen Architektur, den vorgegebenen Inhalten und 1) Mit Besucher ist ebenso die Besucheriii gemeint. 2) Die nachfolgenden Überlegungen beziehen sich vorwiegend auf kulturhistorische Museen. 3) Alexandra Strobel: Museum und Geschichte. Neuere Konzepte und Perspektiven Historischer Museen in der Schweiz. Lizentiatsar- beit der Philosophischen Fakultät I der Universität Zürich, einge- reicht bei Prof. Dr. Roger Sablonier. Medingen/Zürich, 2000. Manu- skript, S. 10. - Im Folgenden zitiert als: Strobel, Museum und Geschichte. 4) 1993 erschien hierzu die grundlegende und umfassende Arbeit von Friedrich Waidacher: Handbuch der Allgemeinen Museologie. In: Mimundus. Wissenschaftliche Reihe des Österreichischen Thea- terMuseums 3. Wien, Köln, Weimar, 1993. 5) Strobel, Museum und Geschichte. S. 7 ff. 363
        

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