Liechtensteinisches Urkundenbuch TÄTIGKEITSBERICHT 2000 ALLGEMEINES Im Rahmen des für die Fortsetzung des Liechten- steinischen Urkundenbuchs gesprochenen Ver- pflichtungskredites konnten mit einem 50 Prozent- Pensum die Arbeiten an diesem für die Erforschung der mittelalterlichen Landesgeschichte grundlegen- den Quellenwerk fortgeführt werden. Enthalten die sechs Bände des ersten Teils des Liechtensteini- schen Urkundenbuchs (LUB 1/1-6) die überlieferten schriftlichen Quellen bis zum Tod des Churer Bi- schofs Hartmann von Werdenberg-Sargans-Vaduz im Jahre 1416, so steht nun in LUB II/l die Bearbei- tung und Edition des vorhandenen Quellenbestan- des für die Herrschaftszeit der Herren von Brandis (1417-1510) an. Die Suche und Sammlung der schriftlichen Zeugnisse dieses knappen Jahrhun- derts brandisischer Machtausübimg in der Graf- schaft Vaduz und in den Herrschaften Schellenberg, Blumenegg und Maienfeld (ab 1437) in den in- und ausländischen Archiven sowie die Durchforschung einschlägiger Quellensammlungen und Literatur auf relevante Quellenhinweise konnte noch nicht vollständig abgeschlossen werden. Die diesbezügli- chen Abklärungen konnten aber immerhin soweit getrieben werden, dass sich eine vorläufige Konzen- tration auf die Transkriptions- und Editionsarbeiten der in den liechtensteinischen Archiven gefundenen Quellen aufdrängte. Dies geschah allerdings auch in Rücksicht auf die zur Verfügung gestellten finanziel- len Mittel, die ein solches Vorgehen im Hinblick auf die Erfüllung der übernommenen Verpflichtung zur Edition der in den in- und ausländischen Archiven ursprünglich geschätzten Anzahl von zirka 250 Ur- kunden ratsam erscheinen lassen. 
ARBEITSSTAND Die im Konzept zur Gesamtplanung des LUB II/l für die Berechnung des Zeitaufwandes zugrunde gelegte Anzahl von zirka 250 Urkunden musste im Laufe der Sammeltätigkeit nach oben korrigiert werden. Während die Zahl der in den Archiven des Landes liegenden Urkunden unverändert blieb (rund 140), förderten die bislang durchgeführten Abklärungsarbeiten in bestehenden Quellensamm- lungen, Archivverzeichnissen und in der Sekundär- literatur ein reichliches Quellenmaterial zur Herr- schaftszeit der Herren von Brandis zutage. Insge- samt verfügt die Quellen-Datenbank zur Zeit über 1042 Datensätze unterschiedlicher Informations- dichte. Eine aus diesem gesammelten Datenmateri- al aufbereitete Regestensammlung wird laufend er- gänzt und verfeinert und kann Interessierten zur Verfügung gestellt werden. Um das ursprünglich formulierte Arbeitsziel - Transkription und Edition von rund 250 Urkunden - zu erreichen, musste im Frühjahr die noch nicht abgeschlossene systemati- sche Sammeltätigkeit vorübergehend unterbrochen und mit der Transkription der in den einheimi- schen Archiven liegenden Urkunden begonnen werden. Diese Arbeiten gehen zur Zeit planmässig voran, so dass sich das LUB 11/1-Projekt - unter den unten formulierten grundsätzlichen Vorbehal- ten - auf Kurs in Richtung des erwähnten Etappen- ziels befinden sollte. Die Arbeit an einem Urkundenbuch ist geprägt durch verschiedene, in der Regel nicht genügend bekannte Faktoren. So spielt der Erhaltungszu- stand und damit die Lesbarkeit der Urkunden für den Faktor Bearbeitungszeit eine ausschlaggeben- de Rolle. Hinzu tritt die Erarbeitung des diplomati- schen Textapparates, die für eine schlecht überlie- ferte Urkunde sehr zeitraubend sein kann. Auch die für den Sachanmerkungsapparat vorzuneh- menden Abklärungen für die im Urkundentext er- wähnten Personen und Örtlichkeiten können mit- unter erhebliche Zeit beanspruchen. Neben diesen urkundenimmanenten Faktoren, die an sich schon eine einigermassen zuverlässige Schätzung der Be- arbeitungszeit schwierig macht, tritt im Falle des 332
        

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