HISTORISCHER VEREIN FÜR DAS FÜRSTENTUM LIECHTENSTEIN 2000 sches Fenster sowie weitere Spuren der Gotik. Die heutigen Fenster der beiden Wohngeschosse waren nach seinen Erkenntnissen früher bedeutend grös- ser, was auf grosse Säle rückschliessen lasse, die von Vertretern der bürgerlichen Oberschicht oder des niedrigen Adels bewohnt gewesen sein müs- sen. Insgesamt würdigte Peter Albertin das «Höfle» als schützenswertes und historisch überaus inter- essantes Ensemble. Doris Klee erläuterte in ihren Ausführungen am Beispiel des «Brandisischen Urbars» von 1510 und des «Sulzisch-Hohenemsischen Urbars» von 1613 die Bedeutung von Urbaren als mittelalterliches Güter- und Abgabenverzeichnis zur Klärung von Rechtsverhältnissen. Darin sind zum Beispiel die Lage, die Nutzbarkeit und die Grenzen eines Le- hens und die damit verknüpften Abgaben festge- legt, weshalb die Urbare vor allem in Konfliktfällen und bei Herrschaftswechseln beigezogen worden sind. VORSTAND Der Vereinsvorstand behandelte die laufenden Ge- schäfte in zwölf Sitzungen. Im Zusammenhang mit den Projekten gab es Vorkommnisse, die den Vor- stand ausserordentlich beschäftigt und gefordert haben. Zu nennen sind hier die finanziellen Eng- pässe beim «Namenbuch» sowie die Neustruktie- rung beim «Historischen Lexikon». Daneben war die Denkmalschutz-Kommission der Regierung, in welcher der Historische Verein mit zwei Mitglie- dern vertreten ist, neu zu bestellen. Ebenso befass- te sich der Vereinsvorstand verstärkt mit der Vor- bereitung der Jubiläumsfeierlichkeiten «100 Jahre Historischer Verein» sowie mit einer Standortbe- stimmung. Aufgrund eines finanziellen und zeitlichen Eng- passes beim Projekt «Namenbuch» hatte der Histo- rische Verein beschlossen, beim Landtag einen Nachtragskredit für den Werkteil II (Personenna- men) zu beantragen. Der Antrag erwies sich als notwendig, weil der Zeit- und Arbeitsaufwand für das ganze Unternehmen doch beträchtlich grösser 
als ursprünglich geplant und vorauszusehen war. Es wurde aber auch darüber diskutiert, in welchem Umfang die Fertigstellung des Werkteils II vonstat- ten gehen sollte. Im Mai 2000 schliesslich ent- schied der Vereinsvorstand aufgrund mehrerer Ab- klärungen und intensiver Diskussionen mit betei- ligten Personen und Institutionen, von einem Nach- tragskredit für das Personennamenbuch Abstand zu nehmen. Es wurden in der Folge Abstriche am ursprünglichen Projekt getätigt und entschieden, den Werkteil II in einer schlankeren Form termin- gerecht im Jahre 2002 zum Abschluss zu bringen. Der Vereinsvorstand bedauert, dass der bisherige Projektleiter, Professor Hans Stricker, für die Fer- tigstellung des nunmehr redimensionierten Werk- teils II nicht mehr zur Verfügung stehen wird. Die bisherigen wissenschaftlichen Mitarbeiter Toni Banzer und Herbert Hübe werden nun für die Fer- tigstellung des Personennamenbuches verantwort- lich zeichnen. Das «Historische Lexikon» sah sich im Berichts- jahr 2000 mit der Kündigung des langjährigen, bis- herigen Chefredaktors Arthur Brunhart konfron- tiert. Dies hatte zur Folge, dass vom abtretenden Chefredaktor eine Neustrukturierung des ganzen Unternehmens ausgearbeitet und in der Träger- schaft diskutiert und verabschiedet werden muss- te. Aufgrund der anschliessend gemachten Eingabe an die Regierung befürwortete der Landtag in sei- ner Sitzung vom 25. Oktober 2000 einstimmig die Gewährung eines Ergänzungskredites für das «Hi- storische Lexikon». Dies ermöglicht die Anstellung von neuen Fachkräften im Jahre 2001 und die Bil- dung einer neuen Redaktionskommission, die vom bisherigen Chefredaktor Arthur Brunhart geleitet wird. Der Historische Verein trat zudem per Ende 2000 die Trägerschaft für das «Historische Lexi- kon» an die Regierung des Fürstentums Liechten- stein ab. Der Vereinsvorstand besichtigte am 28. Septem- ber 2000 die archäologischen Ausgrabungen auf dem Areal «Alemannenstrasse» in Eschen. An der anschliessenden Vorstandssitzung, eben- falls am 28. September, stellte sich Frau Dagmar Streckel als neue Vertreterin des Historischen Ver- 315
        

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