«MUT HABEN, ANREGEN, DISKUSSIONEN ANFANGEN, DAS SIND SCHON AUFGABEN DES HISTORISCHEN VEREINS» ... MIT DEM BLICK AM BODEN ... Volker Rheinberger: Ich habe zum Eber in vielerlei Hinsicht eine Beziehung: da ist einerseits der Fundort, dann der Vater (Hans Rheinberger), der ihn mit seinen Brüdern selber ausgegraben hat. Ich bin mit dem Eber aufgewachsen. Ein Abguss des Originals ist bei uns immer auf dem Tisch gestan- den. Und dadurch, dass man in dieser Tradition aufgewachsen ist, ist man ständig mit dem Blick am Boden, schon als Kind, hat jeden Maulwurfshü- gel umgegraben, wenn man irgendwo in einem his- torisch verdächtigen Gebiet gewesen ist. Gutenberg ist für mich sowieso der Bezug. Mein Vater hat ja lange Zeit dort gelebt. Im Sinne von Tradition, historischer Beziehung, ist von Gutenberg her immer viel Input gekommen. Ich kenne die ganze Geschichte dieser Ausgrabun- gen, dann aber auch den Aufbau der Burg, nicht nur im Sinne der Archäologie, sondern auch über meinen Grossvater Egon Rheinberger, der sehr viel selber eingebracht hat in den Burgenbau, der sel- ber handwerklich, künstlerisch tätig gewesen ist, selber geschmiedet hat, selber gemalt hat. Für mich ist es ein wahres Erlebnis, einen his- torischen Fund zu machen. Wenn ich mich erinne- re, als Bub, auf dem Gutenberg-Hügel herumstol-pern 
und einen Rossnagel finden oder einen Arm- brustbolzen: Das Zeug ist ja dort rumgelegen! Das war für mich ein echtes Erlebnis! Oder einmal, bei der Balzner Kirche, als Gräben für die Kanalisation ausgehoben wurden, in der Erde rumstochern und einen Brakteat rausziehen, so eine frühe Silber- münze. Objektiv ist das nicht viel wert, aber es ist ein Erlebnis. Und irgendwie müsste man einfach versuchen, von den Eltern her, von den Lehrern her, den Kindern die Geschichte wieder als Erleb- nis beizubringen und nicht einfach als Pflicht- übung, als Schlechtwetterprogramm, bei dem man sich die Füsse in den Bauch steht und sich etwas Langweiliges anschauen oder anhören muss. 301
        

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