auch zu den Verpflichtungen des Vereins. Das ha- ben wir auch schon gemacht, vor allem im Bereich des Denkmalschutzes. Der Historische Verein hat nun 100 Jahre hinter sich gebracht. Als Geschicht- licher würde ich sagen, 100 Jahre kann man nicht einfach abstreifen. Diese Zeit wirkt weiter und auch die Tradition, die sich in dieser Zeit aufgebaut hat. Ich finde es gut, wenn man eine ganze Palette von Visionen - dieses Wort habe ich zwar nicht so gerne - vor sich hat. Zumindest wissen wir, in wel- che Richtung wir ungefähr arbeiten sollten. Nach- her sind es in der Realität dann eher wieder die kleinen Schritte. Den grossen «Gump» sehe ich nicht so schlagartig. Die Arbeitersiedlung im Oberen Möliholz in Vaduz. Eine geplante Grossüber- bauung in unmittelbarer Nähe der denkmalge- schützten Häuser könnte die besondere Atmosphäre dieses Quartiers zum Verschwinden bringen. 
DIE ÖFFENTLICHE HAND WEIGERT SICH, VERANTWORTUNG ZU ÜBERNEHMEN Veronika Marxer: Das Möliholz ist eine heute noch intakte Arbeitersiedlung aus der Zeit um 1900. 1997 wurden fünf Häuser unter Denkmalschutz ge- stellt. Das Quartier umfasst jedoch noch mehr: zwei Weiher, ein Überlaufbecken, dann die Fabrikanten- villa und noch ein paar zusätzliche Arbeiterhäuser. Das Ensemble dokumentiert eine Zeit, die für Liechtenstein prägend war. Es ist ein Zeugnis der ersten Industrialisierungsphase Ende des 19. Jahr- hunderts und vermittelt auf eine noch sehr authen- tische Art ein Stück dieser Lebenswelt. Von den fünf denkmalgeschützten Häusern ge- hört eines dem Staat, die anderen sind in priva- ter Hand. Diese stehen nun zum Verkauf. Der jetzi- ge Interessent plant zwischen der Schalunstrasse und dem hinteren Weiher drei grosse Mehrfamili- enhäuser mit vier bis fünf Stockwerken. Dazu benötigt er eine Ausnahmebewilligung, da in dieser Zone sonst nur zweistöckig gebaut werden darf. Wenn diese Bauten bewilligt werden, ist die Arbei- tersiedlung als Kulturgut verloren, auch wenn die einzelnen Arbeiterhäuschen stehen bleiben. Das Ensemble ist in seinem Charakter zerstört. Um dies nachvollziehen zu können, muss man das Quartier 288
        

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