er auch heute noch uneingeschränktes Gastrecht geniesst. Aber auch in personeller Hinsicht sind die Kontakte zwischen Historischem Verein und Liech- tensteinischem Landesmuseum gegeben. Artikel 6 des Statuts der Stiftung Liechtensteinisches Lan- desmuseum besagt: «Der Vorstand des Histori- schen Vereins hat das Recht, der Regierung drei Personen als Stiftungsräte vorzuschlagen». Ande- rerseits ist - nach bestehendem Gewohnheitsrecht - der Museumsleiter im Vorstand des Historischen Vereins vertreten. Ebenso sind die Zweckbestim- mungen in den Satzungen des Historischen Vereins wie im Statut der Stiftung Liechtensteinisches Lan- desmuseum nahezu identisch: «Sammlung, Erhal- tung und Ausstellung liechtensteinischen Kultur- gutes sowie die Förderung des Verständnisses für die Landeskunde und Geschichte Liechten- steins».113 Vorstand und Mitglieder des Histori- schen Vereins nahmen von Anbeginn an regen An- teil an den Aktivitäten und Veranstaltungen des Liechtensteinischen Landesmuseums. Auch die Sor- gen und Probleme der Museumsleitung wurden durch den Verein stets wahrgenommen und mitge- tragen. So wird beispielsweise im Jahresbericht des Vereins von 1982 angeführt: «Zu berücksichti- gen ist, dass die jetzt zur Verfügung stehenden Räumlichkeiten im Liechtensteinischen Landesmu- seum für die Studiensammlung und für den Muse- umsbetrieb ungenügend und dass die prekären Raumverhältnisse einer Weiterentwicklung des Mu- seums hinderlich sind».114 Dies waren jedoch nicht die einzigen Sorgen für die Museumsverantwortlichen; es sollten in den 1980er und 1990er Jahren im Jahrhundert der Gründung des Historischen Vereins noch ganz an- dere Probleme auf das Liechtensteinische Landes- museum und seine Sammlungen zukommen. Am 9. Juni 1985 verursachte ein verheerender Wasser- einbruch in den damaligen Depoträumen des Lan- desmuseums im Liechtensteinischen Gymnasium weitreichende Schäden an den eingelagerten Sammlungsbeständen. Nahezu das gesamte ar- chäologische Fundgut war davon betroffen. Die ge- samten Sammlungen wurden geborgen und zur Konservierung und Aufarbeitung in freistehenden 
Räumlichkeiten der ehemaligen Weberei Spoerry in Triesen untergebracht.115 Drei Jahre später, in der Nacht vom 29. September 1988 kam es in den darunterliegenden Räumen zu einem Brandfall. Obwohl die Räumlichkeiten, in denen die Samm- lungsbestände eingelagert waren, nicht direkt vom Feuer betroffen waren, hat sich die Rauch- und Giftgasentwicklung mit entsprechender säurehalti- ger Russablagerung erneut verheerend auf das ge- lagerte Material ausgewirkt."6 Es bestand nun aku- ter Handlungsbedarf nach Erstellung eines geeig- neten Depotgebäudes für die sachgerechte Unter- bringung der äusserst gefährdeten Sammlungen des Liechtensteinischen Landesmuseums. Nach verschiedenen Zwischenlösungen in angemieteten behelfsmässigen Räumlichkeiten in Triesenberg und Balzers konnte endlich 1991 das neuerbaute Mehrzweckgebäude an der Messinastrasse in Trie- sen bezogen werden, wo neben zweckmässigen, zum Teil klimatisierten Depoträumen auch Labor-, Werkstätten- und Büroräume zur Verfügung stan- den. Es dauerte also genau neunzig Jahre, bis die durch den Historischen Verein und in der Folge durch das Liechtensteinische Landesmuseum in unermüdlicher Arbeit eingebrachten Sammlungs- bestände verantwortbar und konservatorisch ver- tretbar untergebracht werden konnten. Doch damit nicht genug, es konnte nun nicht mit der kontinu- ierlichen Aufarbeitung begonnen werden, als be- reits im folgenden Jahr 1992 das Liechtensteini- sche Landesmuseum von einem ungeahnten Ereig- nis betroffen wurde, diesmal nun nicht mit seinen Depotsammlungen, sondern mit seinen Ausstel- lungsexponaten im Museumsgebäude in Vaduz. Und wieder einmal spielte die Liechtensteinische Landesbank schicksalhaft in die Geschicke des Liechtensteinschen Landesmuseums.117 1986 gab Felix Marxer das Amt des Vereinsvor- sitzenden ab, das er seit 1966 geführt hatte. Sein Nachfolger wurde Dr. Alois Ospelt. 1987 trat Felix Marxer, seit Mai 1973 Konservator und Leiter des Liechtensteinischen Landesmuseums, in den Ruhe- stand. Nachfolger wurde lic. phil. Norbert W. Pläs- ier. Damit endete erstmals auch die Personalunion zwischen Vereinsvorsitzendem und Museumsleiter. 274
        

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