Seit 1972: Liechtensteinisches Landesmuseum - eine Stiftung des Öffentlichen Rechts Am 5. Oktober 1971 - fünfzig Jahre nach Erlass der Liechtensteinischen Staatsverfassung - besuch- ten der Landesfürst, die Landtagsabgeordneten zu- sammen mit der Fürstlichen Regierung das im Auf- bau begriffene Landesmuseum, in dem auch Doku- mente zur konstitutionellen Entwicklung aufgelegt waren.105 Im Mittelpunkt der Jahresversammlung vom 5. Dezember 1971 stand ein Vortrag des Vor- sitzenden Felix Marxer zum Thema: «Über die Not- wendigkeit eines Landesmuseums».106 
Am 15. April 1972 fand in Anwesenheit S. D. Fürst Franz Josef II. von und zu Liechtenstein und I. D. Fürstin Gina die Feier zur Wiedereröffnung des Liechtensteinischen Landesmuseums statt.107 Vom Tag der Eröffnung bis zum 1. Dezember 1972 zählte das Museum bereits 10 422 Besucher. «Mit Gesetz vom 9. Mai 1972 wurde die Stiftung Liechtensteinisches Landesmuseum errichtet, das damit eine selbständige Institution ist. In einer Ver- einbarung zwischen der Fürstlichen Regierung, welche die Stiftung vertritt, und dem Historischen Verein werden die Besitzverhältnisse geregelt und die Rechte abgegrenzt. Die Sammlungen und die Bibliothek des Vereins werden dem Landesmuse- um als Dauerleihgabe zur Verfügung gestellt».108 Die Sammeltätigkeit des Vereins war während einiger Jahre zum Erliegen gekommen, nun aber richtete der Vereinsvorsitzende und Museumsleiter Felix Marxer einen Aufruf an die versammelten Mitglieder, «dem Landesmuseum beim Ausbau sei- ner Sammlungen zu helfen. Gesucht werden vor al- lem Gegenstände aus der Volkskunde, wie alte Mö- bel, Geräte der Landwirtschaft und der häuslichen Textilverarbeitung, altes Geschirr, alte Bilder, Bücher, Photographien, geschichtliche Dokumente, Teile von alten Trachten und Gegenstände des reli- giösen Brauchtums».109 Die eigentliche Sammel- tätigkeit des Historischen Vereins war aber mit der Errichtung des Liechtensteinischen Landesmu- seums zu Ende. Sie wurde nun - ebenso wie die Ausstellungstätigkeit - zu einer zentralen Aufgabe des Landesmuseums selbst. Der LIistorische Verein setzte sich weiterhin für den Ausbau der Sammlun- gen ein. So auch im Jahre 1976, als er sich zusam- men mit den Liechtensteinischen Kunstsammlun- gen und dem Liechtensteinischen Landesmuseum darum bemühte, «eine Abwanderung der wertvol- len privaten Kunstsammlung von Guido Feger zu verhindern und sie für die landeseigenen Kunstin- stitute zu erwerben», und: «In Zusammenarbeit mit dem Liechtensteinischen Bauamt hat der Ver- ein den Abguss der gefährdeten alten Grenztafel bei Bangs veranlasst. Das Original wurde im Lan- desmuseum deponiert. An seiner Stelle wurde eine Kopie aufgestellt».110 272
        

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