DIE SAMMELTÄTIGKEIT DES HISTORISCHEN VEREINS UND DES LIECHTENSTEINISCHEN LANDESMUSEUMS / N. W. HASLER Es sollte nun aber weitere sechs Jahre dauern, bis eine Neueröffnung des Liechtensteinischen Landesmuseums in Sicht stand. Der Auszug" aus den Räumlichkeiten der Liech- tensteinischen Landesbank erfolgte anfangs August 1967. Die Sammlungen wurden in der alten Volks- schule in Vaduz deponiert, für Büro und Bibliothek des Vereins stellte die Gemeinde Vaduz ein Schul- zimmer in der neuen Volksschule zur Verfügung.98 Doch dann fiel bald einmal die Entscheidung: «Die Sorge um die Neuerrichtung unseres Lan- desmuseums hat den Vereinsvorstand den gan- zen Sommer über beschäftigt. Es wurden ver- schiedene Lösungen ins Auge gefasst und mit den zuständigen Behörden durchberaten. Die Fürst- liche Regierung nahm die Gelegenheit wahr, das historische Haus Dr. Batliner in Vaduz für den Staat zu erwerben, mit der Absicht, nach entspre- chendem Umbau und stilgerechter Restauration dort das Landesmuseum einzurichten. Das ge- nannte Haus bietet vorerst genügend Platz für unsere Sammlungen. Die Vorbereitungsarbeiten zur Neuerrichtung sind bereits im Gange. Einer zu diesem Zwecke gebildeten Museumskommission gehören folgende Mitglieder an: Dr. Bruno Meyer, Staatsarchivar, Frauenfeld, Univ.-Dozent Dr. Elmar Vonbank, Direktor des Vorarlberger Landesmu- seums, Bregenz, Dr. Georg Malin, Mauren, Archi- tekt Hans Rheinberger, Vaduz und der Vorsitzende (Fehx Marxer)».99 Schon an der folgenden Jahresversammlung konnte den versammelten Mitgliedern mitgeteilt werden: «Die Kommission arbeitete detaillierte Vorschläge für die Einteilung der Ausstellungen und für die Unterbringung des Museumsgutes in den Depots aus, so dass nach der Fertigstellung des Baues die Einrichtungsarbeiten sofort beginnen können. Erstklassige Fachleute haben uns ihre Mit- arbeit zugesichert, und wir sind überzeugt, dass mit dem Landesmuseum eine neues Kulturzentrum für Liechtenstein entstehen wird. Es ist höchste Zeit, dass die Irrfahrten unseres Museums zu Ende gehen und dass es sich endlich seinen eigent- lichen vielfältigen kulturellen Aufgaben zuwenden kann».100 
1970 waren die Bauarbeiten für das Liechten- steinische Landesmuseum weitgehend abgeschlos- sen. Die Zeit drängte auch, denn: «Da die Gemein- de Vaduz auf einen Abbruch der alten Volksschule drängte, mussten die Sammlungen, die dort depo- niert waren, ebenfalls ins Museumsgebäude über- siedelt werden».101 Der Vorstand des Historischen Vereins machte sich aber bereits jetzt, zwei Jahre vor der Neueröff- nung, Gedanken über die künftige rechtliche Stel- lung des Landesmuseums. «In einem diesbezügli- chen Statutenentwurf hat der Vorstand des Histori- schen Vereins der fürstlichen Regierung vorge- schlagen, eine Stiftung öffentlichen Rechts mit Namen liechtensteinisches Landesmuseum> zu gründen. Der Entwurf macht Vorschläge zur Rege- lung der Beziehungen des Landesmuseums zum Historischen Verein und zur Fürstlichen Regierung, die den Staat vertritt».102 Bereits jetzt war den Ver- antwortlichen klar, dass das künftige Liechtenstei- nische Landesmuseum eine eigenständige kulturel- le Institution sein werde mit eigenem Gesetz und Statuten. «Die Verhältnisse des Historischen Ver- eins zum Landesmuseum sollen in einer gesonder- ten Vereinbarung geordnet werden».108 Auch wird eine der zentralen Museumsaufgaben ins Auge ge- fasst: «Die Ordnung und Katalogisierung der Sammlungen, die im Depot liegen, wird nach der Eröffnung des Museums in Angriff genommen wer- den».104 94) Ebenda, S. 107. 95) Ebenda. 96) Ebenda, S. 108. 97) Ebenda. 98) Vgl. JBL 67 (1967). S. 212. 99) Ebenda, S. 213. 100) JBL 68 (1968), S. 244. 101) JBL 70 (1970), S. 527. 102) Ebenda. S. 527. 103) JBL 71 (1971), S. 192. 104) Ebenda. 271
        

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