DIE SAMMELTÄTIGKEIT DES HISTORISCHEN VEREINS UND DES LIECHTENSTEINISCHEN LANDESMUSEUMS / N. W. HASLER Von der Eröffnung des Landes- museums 1954 bis zur Errich- tung der öffentlich-rechtlichen Stiftung 1972 Das Landesmuseum - noch immer ein Museum des Historischen Vereins für das Fürstentum Liechten- stein - wurde laufend adaptiert und ergänzt. So wurde an der Südwand des Museumssaales «die alte Grabplatte aufgestellt, die ab 1608 als Altar- tisch in der Heiligkreuz-Kapelle auf Rofaberg dien- te und mit einer Relieffigur aus dem 15. Jahrhun- dert versehen ist».78 Besagte Grabplatte gelangte später nach Eschen zurück, konnte dann in den 1990er Jahren erneut durch das Liechtensteinische Landesmuseum übernommen werden und befindet sich heute gesichert in den Depotsammlungen. Bei den Pfrundbauten in Eschen konnte eine durch das Landesmuseum angefertigte Kopie angebracht werden. Eifrig und mit neuem Elan wurde weitergesam- melt: «Hochwürden Herr Kanonikus Frömmelt hat der geologischen Abteilung wieder einige schöne Versteinerungen beigefügt. Vom fürstl. Forstamt wurde eine Steinsammlung aus unserem Lande dem Museum übergeben, die später ergänzt und neu aufgestellt werden soll. ... Das Archiv des Lan- desmuseums erfuhr eine wertvolle Bereicherung durch alte Karten und Pläne, die bisher beim fürst- lichen Bauamt und beim fürstlichen Geometeramt aufbewahrt und über Veranlassung der fürstlichen Regierung unseren Sammlungen übergeben wur- den».79 Die meisten dieser «Karten und Pläne» sind später dem Liechtensteinischen Landesarchiv über- geben worden, vermutlich ebenso die gesamte An- sichtskartensammlung. Neben zahlreichen Besuchen von Schulklassen aus dem Lande konnte das Museum in der Zeit vom 15. Oktober 1954 bis zum 15. Oktober 1955 insge- samt 1035 Besuche verzeichnen, davon 160 Ein- zelbesuche aus Liechtenstein.80 Anlässlich der Jah- resversammlung des Historischen Vereins, die am 13. November 1955 in Vaduz stattfand, wurden erstmals Dr. Georg Malin, Reallehrer Felix Marxer und Dr. Rudolf Rheinberger in den Vorstand ge- wählt. Oberlehrer David Beck, Vorsitzender, Regie- rungschef Alexander Frick, Regierungschef-Stell- vertreter Ferdinand Nigg und Landespyhsikus Dr. Martin Risch wurden für fünf weitere Jahre im Amt bestätigt.81 
Von einem bedeutenden Zuwachs ist 1957 die Rede. Es handelt sich dabei um den im März 1957 entdeckten grossen Münzschatzfund von Vaduz, der dem Historischen Verein zur Ausstellung im Landesmuseum übergeben wurde.82 Das Museum des Historischen Vereins beteiligte sich nun auch mehr und mehr mit Leihgaben aus seinen Sammlungen an Ausstellungen ausserhalb des Landes, so 1957 an der Sonderausstellung «Kunst und Kultur der Kelten» im Museum Aller- heiligen in Schaffhausen mit den Bronzefiguren von Gutenberg, an der Ausstellung «Die Schweiz zur Römerzeit» in Basel mit Funden aus der Gra- bung beim Kastell in Schaan.88 1958 wurde auf Wunsch des liechtensteinischen Organisationsko- mitees für die Weltausstellung in Brüssel eine An- zahl Gegenstände aus dem Landesmuseum, teils Originale, teils Nachbildungen, im Liechtensteiner Pavillon gezeigt.84 Das Museum selber wurde 1957 «besonders den Sommer über von vielen Fremden besucht», während «der Besuch aus dem Lande selbst immer noch zu wünschen übrig lässt»85 und auch für 1958 wurde diesbezüglich festgehalten: «Wünschens- wert wäre immer noch ein vermehrtes Interesse von Seiten unserer Bevölkerung und besonders der Schulen».86 Im Frühjahr 1959 machte Professor Otto Seger die Anregung, eine Ausstellung «Altes Kulturgut 78) JBL 55 (1955), S. 146. 79) Ebenda. S. 146-147. 80) Ebenda. S. 147-148. 81) Ebenda, S. 151. 82) Vgl. JBL 57 (1957), S. 284 f.; siehe auch Benedikt Zach: Der Vaduzer Münzschatzfund von 1957 als Quelle zum Geldumlauf im 14. Jahrhundert. In: 1342. Zeugen des späten Mittelalters. Fest- schrift 650 Jahre Grafschaft Vaduz. Hrsg, von Hansjörg Frommelt im Auftrag des Liechtensteinischen Landesmuseums. Vaduz. 1992, S. 114-139. 83) JBL 57 (1957), S. 286. 84) JBL 58 (1958), S. 331. 85) JBL 57 (1957), S. 286. 86) JBL 58 (1958), S. 332. 267
        

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