Schweizerischen Landesmuseums in Zürich. Die Herkunft aus Schaan ist nicht belegbar, über die Echtheit gibt es zudem berechtigte Zweifel.67 1951 konnten die Grabungen auf dem Schneller abgeschlossen werden, jene auf dem Borscht wur- den von David Beck und Benedikt Frei weiterge- führt. «Die Funde aus der prähistorischen Zeit ha- ben wieder sehr beachtenswerte Bereicherung er- fahren, und es ist ausserordentlich zu begrüssen, dass diese Funde, wie auch die übrigen vorhande- nen Sammlungen, voraussichtlich nun in näherer Zeit in geeigneten Museumsräumen untergebracht und aufgestellt werden können. Ein solches Muse- um wird zweifellos von Einheimischen, wie auch vielen Besuchern unseres Landes mit besonderem Interesse besichtigt werden. Wenn entsprechende Räume endlich vorhanden sein werden, kann auch an die Erweiterung der Tätigkeit des Vereines durch Sammlung von Altertümern und Gebrauchs- gegenständen aus den vergangenen Jahrhunderten geschritten werden», heisst es im entsprechenden Jahresbericht.68 Im Schulhaus von Schellenberg wurde eigens eine Sonderausstellung mit urge- schichtlichen Funden von verschiedenen Ausgra- bungen auf dem Borscht, dem Lutzengüetle und anderen Stellen durchgeführt.69 Im folgenden Jahr war man einer Lösung hin- sichtlich geeigneter Museums- und Sammlungs- räumlichkeiten näher gekommen. So konnte im Jahresbericht 1952 festgehalten werden: «Erfreuli- cherweise konnte sich der Vereinsvorstand nun endlich in positiver Weise mit der Schaffung und Einteilung der Räume für das kommende Landes- museum befassen. Durch eine Vereinbarung zwi- schen der fürstlichen Regierung und dem Verwal- tungsrate der Sparkasse für das Fürstentum Liech- tenstein (heute Liechtensteinische Landesbank) sind die im oberen Stockwerke des neuen Sparkassa- Gebäudes gelegenen Räume für das Landesmuse- um gesichert, und es ist eine entsprechende bauli- che Einteilung im Einvernehmen mit unserem Ver- eine getroffen worden. Wir dürfen wohl erwarten, dass im Jahre 1953 das Landesmuseum in den ge- nannten Räumen untergebracht und der Öffentlich- keit zugänglich gemacht werden kann. Für die Ein-richtung 
der Sammlungsräume wird der Rat eines erfahrenen Fachmannes eingeholt».70 Aus den hinreichend bekannten Gründen muss- te der Verein immer wieder interessante Angebote ausschlagen, so auch 1952: «Die Gemeinde Eschen hat dem Historischen Vereine eine Feuerspritze mit Handbetrieb angeboten, worüber die Übernahme dieser Spritze für den Zeitpunkt in Aussicht genom- men wurde, in welchem der geeignete Platz für die Aufsstellung vorhanden wäre. Inzwischen ist aber diese Spritze durch die Gemeinde nach auswärts verkauft worden».71 Ebenso bedenklich - aus heuti- ger sammlungspolitischer wie konservatorischer Sicht - ist folgender Hinweis zu betrachten: «Die Landesschule in Vaduz hat das Ansuchen um Über- lassung prähistorischen Materials für Unterrichts- zwecke gestellt, und es ist beschlossen worden, diesem Ansuchen zu entsprechen».72 Die Einrichtung des künftigen Museums im Ge- bäude der Sparkasse wie die Übersiedlung der Sammlungen aus dem Rathaus Vaduz, wo sie während fünfzehn Jahren ausgestellt waren, ge- staltete sich schwieriger als ursprünglich ange- nommen. Die Arbeiten lagen federführend in den Händen von Oberlehrer David Beck und Kanonikus Anton Frommelt. Sie wurden dabei unterstützt von Architekt Hans Rheinberger. So musste der Vorsit- zende mitteilen: «Wenn wir längere Zeit glaubten, die heurige Jahresversammlung (1953) mit der Eröffnung des Landesmuseums verbinden und Sie durch die neu eingerichteten Sammlungen führen zu können, so hat sich also diese Hoffnung leider nicht erfüllt. Im kommenden Jahr werden wir aber, so hoffen wir zuversichtlich, diese Eröffnung durch- 67) Vgl. Harald Wanger und Hanspeter Lanz: Ein Limoges-Kreuz aus Schaan? In: 1342. Zeugen des späten Mittelalters. Festschrift 650 Jahre Grafschaft Vaduz. Hrsg. von Hansjörg Frommelt im Auftrag des Liechtensteinischen Landesmuseums. Vaduz, 1992, S. 242-247. 68) JBL 51 (1951), S. 265. 69) Ebenda. S. 264. 70) JBL 52 (1952), S. 269 f. 71) Ebenda, S. 271. 72) Ebenda. S. 272. 262
        

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