DIE SAMMELTÄTIGKEIT DES HISTORISCHEN VEREINS UND DES LIECHTENSTEINISCHEN LANDESMUSEUMS / N. W. HASLER Befriedigung und lebhaftestem Interesse wurde die Arbeit an der Inventarisierung der liechtensteini- schen Denkmäler durch Herrn Dr. Erwin Poeschel aus Zürich verfolgt und mit Genugtuung festge- stellt, dass diese Arbeit Vieles zu Tage fördert, was den allerwenigsten bis jetzt bekannt war».61 Bereits 1949 lag das Manuskript über die Kunstdenkmäler des Fürstentums Liechtenstein «annähernd druck- fertig vor».62 Betreffend die Sammlungen wurde 1949 erwähnt: «Herr a. Kammersekretär Guido Feger schenkte dem Verein eine Bleistiftskizze von 1865 mit einer Teilansicht von Vaduz», und weiter unten: «Die letztes Jahr angeregte Sammlung von Ansichtskar- ten hatte sehr guten Erfolg, und es ist Aussicht auf Erweiterung und Vervollständigung der Samm- lung».63 Letztere ist - wie so manches aus den Sammlungen - leider zwischenzeitlich verschollen. Im Jahresbericht von 1949 ist die herrschende Raumproblematik erneut ein Thema: «Je länger je mehr zeigt sich das Bedürfnis nach möglichst bal- diger Schaffung geeigneter Räume für die zweck- mässige Unterbringung des ur- und frühgeschicht- lichen Fundmaterials, der geologischen Sammlung, der Münzsammlung und einer Reihe weiterer vor- handener Sammlungsgegenstände. Es könnten dann auch eine Reihe von Sachen, die bisher nicht gesammelt und nicht entsprechend untergebracht werden konnten, für das neue Museum gesammelt und dort würdig aufgestellt werden. Auch für die Bücherei wäre ein geeigneter Raum dringend not- wendig. Dieser sollte möglichst mit den Sammlun- gen verbunden werden können. Die Hoffnung er- scheint nicht unberechtigt, dass die zuständigen Behörden der Schaffung eines Landesmuseums die entsprechende Aufmerksamkeit zuwenden wer- den», und weiter unter wird festgehalten: «Zum Schlüsse dieses Berichtes sei noch kurz daraufhin- gewiesen, dass ein Teil der Sammlungen des Histo- rischen Vereins in einem Zimmer des Rathauses der Gemeinde Vaduz aufgestellt ist, während der andere Teil des Fundgutes im Schulhause in Eben- holz sich befindet».64 1950 war die Rede von einer Vergabe S. D. Prinz Hans von und zu Liechtenstein an den Historischen 
Verein. Diese beinhaltete «verschiedene Bilder, Zeichnungen und anderes, das er von einer Jagd- reise aus Abessinien mitbrachte». Ebenso wurde «ein Album mit Bildern über die Kriegsereignisse von 1945 an unserer Grenze» erwähnt,65 das Ba- ron von Falz-Fein in die Vereinssammlungen über- gab. All dies ist heute wie so manches leider nicht mehr auffindbar. Aus dem Nachlass des verstorbe- nen Professors Ferdinand Nigg konnte eine Reihe von Gegenständen sowie mehrere Werke von Nigg durch die fürstliche Regierung für das künftige Landesmuseum erworben werden.66 Ein aus Schaan stammendes, sogenanntes Limogeskreuz, das sich in privatem Besitz in der Schweiz befand, wurde dem Verein zum Kaufe angeboten, konnte aber we- gen des sehr hohen Preises nicht erworben wer- den. Es gelangte 1951 in die Sammlungen des 54) JBL 44 (1944), S. 113. 55) JBL 45 (1945), S. 172. 56) Ebenda, S. 174 und 177. 57) JBL 46 (1946). S. 89. 58) JBL 47 (1947), S. 109. 59) Ebenda, S. 113. 60) Erwin Poeschel: Die Kunstdenkmäler des Fürstentums Liechten- stein. Basel. 1950. 61) JBL 48 (1948), S. 106. 62) JBL 49 (1949). S. 111. 63) JBL 48 (1948). S. 107. 64) Ebenda, S. 112 und 114. 65) JBL 50 (1950), S. 197. 66) JBL 51 (1951), S. 267: «Besonders hervorgehoben sei. dass über Anregung des Historischen Vereins che fürstliche Regierung in aner- kennenswerter Weise beschlossen hat, aus dem Nachlass des Prof. Ferdinand Nigg sei. die wichtigsten kulturgeschichtlichen Objekte zu übernehmen und sie der Sammlung des Historischen Vereins für das künftige Landesmuseum zu übergeben. Es handelt sich hierbei um wertvolles altes Kunstgut aus verschiedenen Gemeinden des Landes, besonders aus der alten Kirche in Triesen und um einen charakteris- tischen Bestand aus dem eigenen Kunstschaffen des Verstorbenen: Zeichnungen, Entwürfe und gestickte Wandbehänge». 261
        

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