möchte sich auch der Sammlung und dem Ankaufe von alten Gebrauchsgegenständen usw. mehr wid- men, können wir leider so lange nicht in dem wünschbaren Masse Rechnung tragen, als uns nicht mehr Raum für die Unterbringung unserer Sammlungen zur Verfügung steht. Der von der Ge- meinde Vaduz in ihrem Rathause uns einstweilen in dankenswerter Weise überlassene schöne Raum bietet knapp Platz für die geologischen und einen Teil der prähistorischen Funde, sowie der Münz- sammlung und für einen Teil der Bibliothek. Doch hoffen wir, in absehbarer Zeit über mehr Raum verfügen zu können, und dann wird man sich auch der Sammlung von Altertümern entsprechend wid- men können».54 Diese Hoffnung wurde aber noch für weitere zehn Jahre auf die Probe gestellt. Unentwegt suchte der Verein nach geeigneten Räumlichkeiten für seine Sammlungen. An der Jahresversammlung vom 11. November 1945 teilte der Vorsitzende mit: «Über Ersuchen unseres Ver- eines und über Antrag der fürstlichen Regierung hat der Landtag beschlossen, in dem vom Lande erworbenen Hause in Vaduz Nr. 18 (sogenanntes Engländerhaus) ein Stockwerk für die Sammlungen unseres Vereines beziehungsweise des künftigen Landesmuseums zur Verfügung zu stellen, doch wird es noch etwa vier Jahre dauern, bis diese Räume für die gedachten Sammlungen verwendet werden können. Ein kleinerer Raum im Erdge- schoss des gleichen Gebäudes konnte indessen dank Entgegenkommens der fürstlichen Regierung in Verwendung genommen werden, um dort einen Teil der Bücherei und bereits vorhandene Samm- lungsstücke zu verwahren. Etliche Stücke von Gebrauchsgegenständen aus den letzten Jahrhunderten sind auch 1945 erwor- ben worden».55 Anlässlich dieser Jahresversamm- lung wurde erstmals Regierungschef Alexander Frick in den Vorstand gewählt, dem weiterhin Fürstlicher Rat Josef Ospelt als Vorsitzender, David Beck als Kassier, Pfarrer und Alt-Landtagspräsi- dent Anton Frommelt als Konservator, Regierungs- chef-Stellvertreter Ferdinand Nigg als Bibliothekar, Fürstlicher Studienrat Dr. Eugen Nipp als Schrift- führer und Fürstlicher Landesphysikus Dr. Martin 
Risch angehörten. Der Verein zählte 342 Mitglie- der. Der 1932 mit 800 Franken eingerichtete «Mu- seumsfonds» betrug Ende 1944 insgesamt 901.05 Franken!56 Der neugewählte Vorstand verfolgte nun zielstrebig die Verwirklichung eines Museums, etwa wenn er sagte: «Die Grabung am Eschner Lut- zengütle wird in der Geschichte unseres Vereins zweifellos eine hervorragende Stelle einnehmen, und die Funde von dort werden eine besonders be- achtenswerte Gruppe in unserem künftigen Muse- um darstellen».57 Trotz dieser Bemühungen setzen verschiedene Aussagen immer wieder in Erstaunen, wenn es beispielsweise im Jahresbericht von 1947 heisst: «Die Verarbeitung und Verteilung der Funde vom Lutzengütle im (Schweizerischen) Landesmuseum hat grosse Fortschritte gemacht, und es befindet sich ein grösserer Teil dieser Funde nun wieder in Vaduz. Wir hoffen, durch eine Umstellung in unse- rer Sammlung einige der interessantesten Ergeb- nisse der Grabungen am Lutzengütle im Rathaus in Vaduz aufstellen zu können. In Hinsicht darauf, dass die letzten Ausgrabungen am Lutzengütle un- ter Mitwirkung des schweizerischen Landesmu- seums in Zürich erfolgt sind, wurden entsprechen- de Fundstücke diesem Museum überlassen, und diese werden dort zur Aufstellung gelangen».58 Im Schlusswort der Jahresversammlung 1947 wies der damalige Vorsitzende Fürstlicher Rat Josef Ospelt darauf hin, «dass die Arbeit des histori- schen Vereins unserem Heimatland und der Ge- schichtsforschung gelte, dass die Arbeit des Ver- eins nicht Selbstzweck sei und dass wir erwarten dürfen, in wenigen Jahren wertvolle Sammlungen als Landesmuseum der Öffentlichkeit zur Verfü- gung zu stellen».59 Schon 1946 wurden über Vermittlung des Chu- rer Bischofs Dr. Christianus Caminada Kontakte zu Dr. Erwin Poeschel, Zürich, dem Inventarisator der Kunstdenkmäler des Kantons Graubünden, ge- knüpft, der sich bereit erklärte, die Kunstdenk- mäler des Fürstentums Liechtenstein zu inventari- sieren.60 Damit wurde ein Werk initiiert, das mehr als fünfzig Jahre seine Gültigkeit haben sollte. Schon 1948 hielt der Vorstand fest: «Mit grosser 260
        

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