DIE SAMMELTÄTIGKEIT DES HISTORISCHEN VEREINS UND DES LIECHTENSTEINISCHEN LANDESMUSEUMS / N. W. HASLER willigt, sondern Fürst Johannes sagte sogleich die finanzielle Unterstützung zu und widmete einen ersten Betrag von 1 000 Gulden für Einrichtung und Ankäufe des Museums. Angespornt durch die- se Anerkennung gab von Carion seiner Gründung den Namen «Fürstliches Landesmuseum» und ging mit neuem Eifer ans Werk. Im April 1894 erfolgte der erste grössere Ankauf aus der Sammlung von Professor Ferdinand Nigg um den Preis von 440 Gulden. Zinnkannen aus dem 18. Jahrhundert, alte Talgleuchten waren darunter und vor allem 33 Tei- le von Landestrachten. Fürst Johannes schenkte eine aus dem Rennhof stammende Renaissancetru- he, eine Augsburger Arbeit. In berechtigtem Stolz übersandte der Landesverweser dem Fürsten schon zwei Monate später ein Verzeichnis der bis- her erworbenen Objekte. Ausser den genannten Gegenständen waren es Bodenfunde aus prähisto- rischer und römischer Zeit, eine recht beachtliche Zahl von Münzen, einzelne Waffen, alter Hausrat und für die naturhistorische Abteilung ausgestopfte heimische Tiere sowie eine Schmetterlings- und eine Käfersammlung. Die Gegenstände kamen ins Schloss, aber der Gründer erlebte die eigentliche Eröffnung seines Museums nicht mehr, denn er starb schon 1896 im Alter von 44 Jahren. Das Landesmuseum besitzt ein zwölfseitiges handgeschriebenes «Verzeichnis der für das fürstli- che Landesmuseum in Vaduz erworbenen Objek- te».5 Es handelt sich dabei um das 1894 verfasste Verzeichnis der Museumssammlung von Carions. Es ist unterteilt in «a) für die Antiken- und Raritä- ten Abtheilung, und b) für die naturhistorische Ab- theilung». Unter Position 22 der Antiken- und Ra- ritäten Abtheilung nennt es eine «Flasche aus blau- em Glas. Ein phantastisches Tier darstellend, XVIII. Jahrhundert». Die Herkunft wird nicht ge- nannt. Neben zahlreichen archäologischen Funden und Münzen werden auch die «Trachtensteile» (Po- 4) Norbert W. Hasler: Zur Geschichte des Liechtensteinischen Landesmuseums. In: Kunstagenda 1994. Hrsg. von der Liechtenstei- nischen Staatlichen Kunstsammlung, Vaduz, 1994. 5) Archiv des Liechtensteinischen Landesmuseums. 
Die im Verzeichnis ange- führte «Blaue Flasche». Schloss Vaduz vor der Renovation. Xylographie von A. Bachmann, 1896. Fürst Johann II. gestattete von Carion, die gesammel- ten Altertümer in Räum- lichkeiten von Schloss Vaduz auszustellen und sie der Öffentlichkeit zugäng- lich zu machen. 245
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.