FESTANSPRACHEN ZUM 100-JAHR-JUBILÄUM QUADERER / FR1CK / OSPELT / RHEINBERGER wurden also - vielleicht auf Druck der einen, viel- leicht als Entgegenkommen der andern - zuguns- ten eines Liechtensteinischen Ehrenamtlichen-Hel- vetismusses verändert, wie wir ihn später auch bei Taufen und kirchlichen Predigten kennenlernen sollten. Hier nun konnte sich moderne Gesinnung im vollen Bewusstsein ihrer Andersartigkeit ausle- ben. Wenn auch nur für kurze Zeit. Denn nur elf- einhalb Jahre später wurden die «Statuten» des Gründerjahres in heimatgeschützte «Satzungen» umgewandelt und behördlich genehmigt. Ein Ver- gleich dieser beiden Textfassungen soll dann Ge- genstand der Feierlichkeiten zur 200-Jahrfeier des Historischen Vereins sein. Man mag über die Gründung des Historischen Vereins vor 100 Jahren denken, was man will. Man mag über Josef Gabriel von Rheinberger vorschnell urteilen, wenn man will. Man mag dran denken, dass wir dieses Jahr seinen 100. Todestag bege- hen. Man mag der Meinung sein, seit seinem Tod und seit der Geburt des Historischen Vereins habe sich in 100 Jahren so viel verändert, dass heute al- les 100 Jahre anders ist als damals. Man mag an- gesichts der 100 verflossenen Jahre neue Statuten ins Auge fassen, in der Meinung, dass 100 Jahre nicht spurlos an einem 100-jährigen Verein vorbei- gehen. Man mag denken, 100 Jahre genügten, da- mit alles anders werde. Diesen Leuten sei ein letztes Zitat aus dem «Liechtensteiner Volksblatt» vom 8. Februar 1901 mit auf den gefahrvollen Weg in die Moderne gege- ben. Im «Amtlichen Teil» finden wir dort unter «Kund- machung» das folgende: «Die fürstliche Regierung findet die Einfuhr von Rindvieh in das Fürstentum aus nachstehenden ... Gebieten ... bis auf weiteres zu verbieten und zwar: Aus den Regierungsbezirken Magdeburg, Merse- burg, Erfurt und Hanover ... ». Ich danke Ihnen wirklich für Ihre geschätzte Auf- merksamkeit. 
ANSCHRIFT DES AUTORS lic. phil. Mathias Ospelt Mareestrasse 10 FL-9490 Vaduz 15
        

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