DER HISTORISCHE VEREIN UND DAS VORARLBERGER LANDESARCHIV / KARL HEINZ BURMEISTER unter der Führung von Schulleiter David Beck (Kas- sier des Historischen Vereins).76 Die Verhältnisse hatten sich wieder normalisiert. Seit 1959 bearbeitete Dr. Benedikt Bilgen, der 1964 bis 1983 als Landeshistoriker dem Vorarlber- ger Landesarchiv zur Dienstleistung zugewiesen wurde, den 3. Band des Liechtensteinischen Ur- kundenbuches «Aus den Vorarlberger Archiven».77 Diesem Band schloss sich später der 5. Band des Urkundenbuches «Aus deutschen Archiven» an, den Bilgeri in insgesamt 12 Lieferungen in den Jahren 1976 bis 1987 bearbeitet hat.™ Nach einem mehrjährigen Provisorium in der Leitung des Vorarlberger Landesarchivs begann 1970 mit der Bestellung von Karl Heinz Burmeister zum Direktor eine neue Epoche. Die Gesamtsituati- on in der Archivarbeit und in der historischen For- schung hatte sich grundsätzlich durch ein neues Berufsbild des Archivars entscheidend verändert. Archivarische und historische Arbeit wurden jetzt stärker getrennt, wiewohl mangels einer Univer- sität im Lande der Landesarchivar als Landeshisto- riker weiterhin gefragt war. Eine weitere neue Ent- wicklung war, dass auf der Ebene unterhalb des Landes gut organisierte und sehr erfolgreich wir- kende historische Vereine wie beispielsweise die Rheticus-Gesellschaft in Feldkirch ihre Arbeit auf- genommen haben. Die Rheticus-Gesellschaft war schon von ihrer geographischen Lage her prädesti- niert, die grenzüberschreitenden Kontakte intensiver zu pflegen als es dem Vorarlberger Landesarchiv möglich war. Weiters wurden die grenzüberschrei- tenden Kontakte des Vorarlberger Landesarchivs durch die Arbeitsgemeinschaft der Alpenländer institutionalisiert: die Staatsarchive der Länder Ba- den-Württemberg, Bayern, Salzburg, Tirol und Vorarlberg, der Kantone Graubünden, St. Gallen und Tessin sowie der Provinzen Südtirol, Trentino und Lombardei führten regelmässig gemeinsame Archivtage und Historikertage durch. Da sich das Fürstentum Liechtenstein als souveräner Staat in eine solche Organisation von Gliedstaaten nicht einbinden liess, hatte es keinen Anteil an der über- aus erfolgreichen Arbeit der Arge-Alp, die in vielen Publikationen ihren Niederschlag gefunden hat. 
Ein erheblicher Teil der grenzüberschreitenden Ar- beit des Vorarlberger Landesarchivs führte auf die- se Weise an Liechtenstein vorbei. Dennoch stellte sich das Vorarlberger Landesar- chiv im Hinblick auf die grenzüberschreitenden Aktivitäten weiterhin in die Tradition der nicht mehr existierenden Historischen Kommission, in- dem es 1970 die «Forschungen zur Geschichte Vor- arlbergs» mit dem Band 1 einer neuen Folge wie- der begründete, der sich aber als «Der ganzen Rei- he 8. Band» und damit als Fortsetzung der Publika- tionsreihe der Kommission ausgab. Obwohl der Vorarlberger Landesarchivar nicht Mitglied des Hi- storischen Vereins wurde, pflegte er in besonderem Masse die traditionellen grenzüberschreitenden Beziehungen mit Liechtenstein, insbesondere im Vorstand des Vereins für Geschichte des Bodensees und seiner Umgebung (Felix Marxer, Paul Vogt, Ar- thur Brunhart) und in der Honorablen Sozietät der Bodenseearchivare (Dr. Alois Ospelt, Paul Vogt). Die Beziehungen verdichteten sich durch seine Zu- gehörigkeit zum Beirat des Historischen Lexikons für das Fürstentum Liechtenstein, für das er zahl- reiche Artikel verfasst hat. Er lieferte auch eine 6s) Graf Jakob Hannibal I. von Hohenems, 1530-1587. Innsbruck. 1954. 66) Graf Kaspar von Hobcnoms. 1573-1640. Innsbruck. 1963. 67) Vorarlberger Volkskalendcr 1956. S. 167-170. 68) Lexikon für Theologie und Kirche, Bd. 6, Freiburg i. Br. 1961. Sp. 1046 f. 69) In: JBL 62 (1962), S. 103-111. 70) In: Montfort 16 (1964), S. 11-24. 71) Hier S. 178, S. 206. 72) JBL 48 (1948), S. 108. 73) Montfort 3 (1948). S. 144-153. 74) Vorarlbcrger Landesarchiv, Archivregistratur 89/1949. 75) Vgl. dazu Vorarlberger Landesarchiv. Archivregistratur I I 7/1950. 76) Vorarlberger Landesarchiv, Benützerbuch 1943-1950, suh dato. 77) JBL 59 (1959), S. 1-120; JBL 60 (1960), S. 121-240; JBL 61 (1961). S. 243-307; JBL 62 (1962). S. 311-383. 78) JBL 76 (1976) bis JBL 87 (1987). 235
        

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