auch einen Beitrag «Aus der Geschichte der liech- tensteinischen Mundarten»'0 im Jahrbuch des His- torischen Vereins für das Fürstentum Liechten- stein. Dennoch ist das Vorarlbergische Wörterbuch nicht als eine Initiative der Historischen Kommissi- on zu sehen, vielmehr war die Einbeziehung Liech- tensteins von der Natur der Sache her geboten. Das «Schweizerische Idiotikon» und das «Schwäbische Wörterbuch» hatten einen beträchtlichen Teil des südwestlichen Sprachgebietes des Alemannischen abgedeckt, in dem jedoch Vorarlberg und Liechten- stein ausgespart waren. Es lag also nahe, diese bei- den Länder zusammenfassend in einem Wörter- buch darzustellen, um damit die noch bestehende Lücke zu schliessen.51 Nach langer Bearbeitungs- zeit erschien das Wörterbuch 1960/65 in zwei Bän- den. Auf liechtensteinischer Seite beteiligten sich an der Sammlung des örtlichen Wortbestandes Hugo Büchel in Balzers und Lorenz Eberle in Trie- senberg5Z, weiters Oberlehrer David Beck in Trie- senberg, Lehrer Willibald Heeb in Ruggell, Lehrer Ferdinand Hoop in Schaan, Lehrer Egon Meier in Gamprin, Oberlehrer Johann Meier in Mauren, der Beamte Oskar Mündle in Mauren, der Fürstliche Rat Josef Ospelt in Vaduz, Dr. Karl Schlegel in Va- duz und Dr. Jakob Vetsch-Hübscher in Triesen- berg, schliesslich auch noch Direktor Dr. Eugen Nipp in Vaduz.53 An dieses Vorarlbergische Wörterbuch schloss sich nach dem Zweiten Weltkrieg der «Vorarlber- ger Sprachatlas mit Einschluss des Fürstentums Liechtenstein, Westtirols und des Allgäus» von Eu- gen Gabriel an.54 Professor Eugen Gabriel55, der be- reits an den letzen Lieferungen von Jutzens Wör- terbuch beteiligt war, setzte im Sprachatlas die grenzüberschreitende Sprachgeographie fort. In- zwischen liegen über 400 Karten in vier Bänden vor, an einem Band V arbeitet Gabriels langjähriger Mitarbeiter Dr. Hubert Klausmann. Der Sprachat- las wird vom Land Liechtenstein mit 11,33 Prozent mitfinanziert.50 Gabriel und Klausmann haben wiederholt wis- senschaftliche Beiträge zur liechtensteinischen Sprachgeschichte veröffentlicht. Zu erwähnen ist in diesem Zusammenhang von Eugen Gabriel «Die 
liechtensteinische Mundarten» (1965)57, «Die Mund- art von Liechtenstein» (1981)58, «Die Schaaner Mundart» (1985)59 oder «Die Mundart von Triesen- berg und der Vorarlberger Walser» (1987)611, von Hubert Klausmann «Von der Wiese zur Bünt - Über die Umstrukturierung des Wortfeldes Grasboden - offener Boden in Vorarlberg und Liechtenstein» (1996).61 Mit dem Hinweis auf diese beiden grossen sprachlichen Werke wurde den Ereignissen vorge- griffen. Kehren wir daher noch einmal in die Zeit Viktor Kleiners zurück. Seine Ära im Vorarlberger Landesarchiv endete mit seinem Eintritt in den Ru- hestand 1939. 1940 war er, wie schon gesagt, zum Ehrenmitglied des Historischen Vereins für das Fürstentum Liechtenstein geworden, für den er in vier Jahrzehnten sehr viel geleistet hat. Die Vereins- chronik für 1950 hat des Todes von Viktor Kleiner gedacht.6- Die aus den Jahren 1930 bis 1940 erhal- tenen Benützerblätter des Vorarlberger Landesar- chivs enthalten keine Angaben über Archivbesu- cher aus dem Fürstentum Liechtenstein, was auch für die Benützerbücher der Kriegsjahre gilt. Mit Kleiners Nachfolger Meinrad Tiefenthaler (1902 bis 1987) begann eine neue Ära. Tiefenthaler studierte in Innsbruck Geschichte, Germanistik und Volkskunde und wurde nach seiner Promotion 1926 Assistent bei Adolf Helbok. Am 1. Mai 1928 trat er ins Vorarlberger Landesarchiv ein. Als Nachfolger Viktor Kleiners leitete er vom Mai 1939 bis 30. November 1963 das Vorarlberger Landes- archiv, an dem er wie sein Vorgänger fast vier Jahrzehnte wirkte. Als Archivar und Landeshistori- ker erwarb er sich bleibende Verdienste, nicht zu- letzt auch mit seinem grenzüberschreitenden En- gagement im Verein für Geschichte des Bodensees, im Alemannischen Institut, auf dem Südwestdeut- schen Archivtag und nicht zuletzt auch im Histori- schen Verein für das Fürstentum Liechtenstein, dem er 1938 beigetreten ist und dem er - ähnlich wie Kleiner - fast 50 Jahre lang bis zu seinem Tod im Jahre 1987 die Treue bewahrt hat.63 Die Verhältnisse hatten sich freilich während und nach dem Zweiten Weltkrieg grundlegend ge- wandelt. Von der Aufbruchstimmung des Jahres 232
        

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