sehen Staatssammlung München erhielt damals der deutsche Anthropologe Kurt Gerhardt von der Universität Freiburg im Breisgau den 
Auftrag, «Die menschlichen Überreste der spätrömischen Höhen- siedlung auf  ob Schaan» zu untersu- chen.4 Bei Gerhardts Bericht handelte es sich um die Untersuchung eines Einzelfundes, der insofern dann auch nicht entscheidend dazu beitragen konnte, die vom Verfasser beklagten «geradezu ärmlich(en) ... anthropologischen Kenntnisse über die Bevölkerungen Rätiens aus der spätrömischen Kaiserzeit» (S. 127) entscheidend zu verbessern. Ein 1932 bei Kanalarbeiten in Balzers ausgeho- benes Skelett, das von kompaktem grauem Lehm eingefasst war, wurde damals von Egon Rheinber- ger und seinen Söhnen in Gips gebettet und ist dank dieser 
Massnahme in situ erhalten geblieben (vgl. Egon 
Rheinberger, «Neue Funde aus der Rö- merzeit», Band 32). Das «Valentin» genannte Ske- lett war seinerzeit in den Sammlungen des Histori- schen Vereins ausgestellt, wurde aber erst 50 Jahre später von Hansueli Etter und Jakob Bill anthropo- logisch 
untersucht {«Ein spätrömisches Grab aus Balzers», Band 82). Valentin entpuppte sich als eine romanische Frau aus dem 4. Jahrhundert, die im Alter von etwa 30 Jahren starb. Etter und Bill werteten auch die Gräberfunde vom Runden Büchel in Balzers anthropologisch aus, die bei ei- ner von Jakob Bill vom Schweizerischen Landes- museum geleiteten Grabung 1980 und 1981 zum Vorschein gekommen waren. Diesmal handelte es sich um frühmittelalterliche Gräber einer alaman- nischen Bevölkerungsgruppe (Jakob Bill und Han- sueli 
Etter, «Das frühmittelalterliche Gräberfeld vom ». Die gut erhaltenen Baumstämme stammen aus dem dritten Jahrtau- send vor Christus. Ebenfalls im Jahrbuch 93 (1995) stellten Anna Merz, Denise Iskandar, Laurent van der Plaetsen, Christian Orcel und Alain 
Cura «Zwei Pollenanalysen aus Liechtensteiner Riedland- schaften» vor. Die Auswertung erfolgte im Labora- toire Romand de Dendrochronologie in Moudon und gibt Einblicke in die Entwicklung der Feucht- gebiete und Waldzonen des Rheintales und die Ausbreitung des Ackerbaus vom späten Neolithi- kum bis zur Römerzeit. Es ist dies die erste Arbeit in unserem naturkundlich-naturwissenschaftlichen Zusammenhang, an der Frauen als Autorinnen be- teiligt sind. Im Jahrbuch 96 (1998) schliesslich be- richteten Ulrike Mayr (FL Landesverwaltung, Ar- chäologie) und Marlu Kühn (Botanisches Institut und Botanischer Garten der Universität Basel, La- bor für Archäobotanik) 
über «Mittelalterliche Bir- nenfunde aus der  in Schellenberg». Die verkohlten Birnen von der Unteren Burg in Schellenberg gehen auf eine Grabung aus dem Ende der 1970er Jahre zurück und stammen aus dem mittelalterlichen 13. oder 14. Jahrhundert. Die ältesten Funde kultivierter Birnen in unserem Gebiet, so berichten die Autorinnen, datieren aller- dings aus der Römerzeit. 214
        

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