NATURWISSENSCHAFTLICHE UND NATURIIISTORISCHE BEITRÄGE IM JAHRBUCH / HANS-JÖRG RHEINBERGER kam Hartmann-Frick nun auch für 
die «Fauna der befestigten Höhensiedlung auf dem Borscht» (Band 63) zu dem Ergebnis eines zwar geringen, aber signifikanten Wildtier-Knochenanteils. Auch die später von Hartmann-Frick 
untersuchten «Tie- rischen Reste der beiden latenezeitlichen Häuser auf dem Runden Büchel in Balzers» (Band 83) wie- sen Wildtierknochen auf. Bereits 1958 hatte Fried- rich Würgler über 
die «Knochenfunde aus dem spätrömischen Kastell Schaan» berichtet, und 1965 folgte die Untersuchung 
der «Tierknochen- funde von der Burg Neu-Schellenberg» von Huber- tus Schülke, eine Dissertation aus dem Institut für Palaeoanatomie, Domestikationsforschung und Ge- schichte der Tiermedizin an der Universität Mün- chen (Band 64). Bären waren, wie diese Arbeit zeigt, im Mittelalter noch häufig, obwohl der Wild- anteil insgesamt ausserordentlich niedrig ausfiel. Zusammengenommen ergeben diese Arbeiten ein ziemlich lückenloses Bild der Entwicklung von Haustierhaltung, Jagd und tierischer Ernährung in unserer Gegend vom Neolithikum bis zum Mittelal- ter. Sie zeigen ebenso wie die geologischen Arbei- ten, dass der Verein erfolgreich Sachverstand aus Instituten und Museen umliegender Universitäten mobilisierte. Es fällt auf, dass bei der stattlichen Anzahl früherer Berichte über Gräberfunde im Jahrbuch anthropologische Untersuchungen über ein halbes Jahrhundert hinweg ausblieben, einschliesslich der Zeit des Nationalsozialismus mit seinem Rassen- wahn. Erst in Band 64 findet sich eine erste paläo- anthropologische Arbeit. Durch Vermittlung von Dr. Hans-Jörg Kellner, dem Direktor der Prähistori-Bei 
Kanalbauarbeiten wurde 1932 in Balzers ein Skelett ausgehoben, das später Ausstellungsgegen- stand in den Sammlungen des Historischen Vereins war. Anthropologische Untersuchungen ergaben schliesslich 1982, dass es sich hier um die sterbli- chen Überreste einer romanischen Frau aus dem 4. Jahrhundert han- delt, die im Alter von rund 30 Jahren verschied. 213
        

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